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Regenerieren und Reparieren statt Wegwerfen: Sonja Eser forderte ein neues wirtschaftliches Kreislaufsystem.

Wissenschaftlerin fordert neues Wirtschaftssystem

Freisinger Klimawache: Reparieren statt  Wegschmeißen!

Ohne ein neues Wirtschaftssystem schaffen wir den Klimawandel nicht. Das sagte die Wissenschaftlerin Sonja Eser in Freising.

FreisingDas System muss sich ändern, denn ohne einen neuen Wirtschaftskreislauf ist die Klimakrise nicht abzuwenden: Diese unbequeme Botschaft stand am Freitagabend im Fokus der mittlerweile zehnten Freisinger Mahnwache für Klimagrechtigkeit. Auch diesmal fanden sich am Kriegerdenkmal rund 200 Menschen ein, die sich Veränderung wünschen.

Nachhaltiger Wirtschaften!

Sonja Eser ist Biologin und hat im Fachbereich Ökotoxikologie promoviert. Heute arbeitet sie an der Hochschule in Salzburg an den Möglichkeiten, wie man neue Wirtschaftskreisläufe etablieren kann. Die Organisatoren der Mahnwache hatten die Wissenschaftlerin eingeladen, um über diese wichtige Säule im Klimaschutz zu referieren. Circular Economy lautet das Fachwort – und Esers Spezialgebiet ist „Circular Design“. Eser erforscht, wie man die Wirtschaft nachhaltiger gestalten kann. Die Wissenschaftlerin betonte in Freising die Problematik der aktuellen Wegwerf-Mentalität, die verantwortlich sei für Kohlendioxid-Emissionen, Rohstoffknappheit und Müllberge. Das lineare Wirtschaftssystem sei nicht mehr zukunftsträchtig: „Wir haben als Menschen Systeme geschaffen, die klimaschädliches Verhalten zur Folge haben“, rief Eser den Zuhörern zu. Daher arbeiteten jetzt Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete zusammen daran, ein Kreislaufsystem zu entwickeln. Das setzt laut Eser auf drei Säulen: Gestalte ohne Müll und Schadstoffe, halte Produkte und Material im Kreislauf und regeneriere natürliche Systeme. Das „Produktdesign“ spiele dabei eine tragende Rolle, ginge es doch darum, Produkte wieder so zu gestalten, dass sie repariert oder einzelne Komponenten ausgebaut und weiterverwertet werden können.

Verzicht auf Fleisch - das wär‘s!

Würden die Menschenganz auf Fleisch verzichten, könne man den Kohlendioxid-Ausstoß um etwa die Hälfte reduzieren, die Circular Economy sei ein weiterer wichtiger Schritt. Dieser neue Wirtschaftskreislauf sei ein erklärtes EU-Ziel und viele Städte und Länder weltweit würden sich bereits in diese Richtung orientieren. Das sei essentiell, denn Eser stellte auch klar: der Verbraucher allein kann kein System ändern. Sie forderte, dass Politik und Wirtschaft wieder mehr Verantwortung übernehmen müssten: „Wir brauchen wieder eine erweiterte Herstellerverantwortung“, sagte Eser unter Applaus.

Anfangen kann man schon jetzt

Bis der neue Wirtschaftskreislauf etabliert sei, und klare Strukturen und Siegel habe, werde es noch dauern. Aber bereits jetzt könne man sich zum Beispiel am Siegel CC (Cradel to cradel) für nachhaltiges Produktdesign orientieren. Ansonsten heißt es: Lernen von der Natur. „Wenn wir das Kernprinzip des Lebens beachten, können wir nicht falsch liegen: Konditionen schaffen, das weiter Leben existieren kann.“

Auch Wichtig: Fridays for Future macht Druck: Freising soll Klimanotstand ausrufen

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