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Wirtin Ante Petzold (hier mit Brauer Michael Wöss bei der Vorstellung des Biers Rauscheengel) muss sich nach einem neuen Domizil umsehen.

Pächterin Antje Petzold geschockt

Freisinger „Klimperfamilie“ muss umziehen: Tage der Vöttinger Kultkneipe sind gezählt

Der Schock ist groß: Nach neun Jahren hat der Inhaber des Klimperkastens Wirtin Antje Petzold gekündigt. Jetzt sucht sie ein neues Domizil.

Freising – Danach wäre zum 1. Oktober Schluss mit der Kultkneipe in Vötting. Doch Petzold hat sich nach der Hiobsbotschaft wieder aufgerappelt und tut das, was eine Unternehmerin tut: Sie unternimmt etwas.

Eines ist Petzold inzwischen klar und das versichert sie ihren zahlreichen Stammgästen, die sie die „Klimperfamilie“ nennt, immer wieder: „Wir machen auf jeden Fall weiter.“ Derzeit klären die Anwälte, ob die Kündigung zum 1. Oktober rechtens war. Vielleicht kann Petzold den Klimperkasten also noch bis 1. September 2020 betreiben. Das wäre ihr wichtig, denn dann könnte sie noch zehn Jahre „Antjes Klimperkasten“ feiern. „Das haben wir uns verdient“, sagt sie.

Was sie seit Bekanntwerden der Kündigung aus heiterem Himmel bisher an Zustimmung und Unterstützung von ihren Gästen und von ganz vielen Seiten erfahren hat, habe ihr etwas gezeigt: „Der Klimperkasten ist kein Gebäude. Der Klimperkasten ist eine Idee, die von den Menschen lebt.“ Und das gibt Petzold Mut, lässt sie energisch, aber entspannt überlegen, wie und wo es mit dem Klimperkasten weitergehen könnte. Gespräche mit potenziellen Verpächtern hat sie schon viele geführt.

Hilfe von der Stadt

Dass es weitergehen muss, sei sie schon all denen schuldig, die am Klimperkasten dranhängen: Da sind die treuen Lieferanten aus der Region, der Kartoffelbauer, der speziell für sie solche Kartoffeln anbaut, die nur zur Pommes-Herstellung taugen, da sind die Brauer des „Rausche-Engels“, die gerade viel Geld investiert haben, da sind die Mitarbeiter, die sich ihr Studium mit ihrer Tätigkeit im Klimperkasten verdienen. Und Hilfe kommt sogar von der Stadt: Da habe sich inzwischen ein Arbeitskreis „Rettet die Currywurst“ gegründet, der unter anderem nach einer neuen Heimat für den Klimperkasten sucht. Und da hat Wirtin Antje ganz konkrete Vorstellungen: Nicht in der Innenstadt, kein Hipster-Style, kein Schickimicki, wie sie sagt. Nein. Der neue Klimperkasten soll wieder eine urige Kneipe mit Charakter sein. Doch anders als in Vötting sollte so eine Art „Partyscheune“, also ein Veranstaltungsraum, dabei sein, in dem vielleicht die Mikrobrauerei für den „Rausche-Engel“ untergebracht ist und in dem die Konzerte, Discos und Veranstaltungen stattfinden könnten. „Ein Kleinkunstzentrum im kleinen Stil“ sollte es also werden.

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Viele Gerüchte

Gerüchte, sie sei schwer krank oder habe sowieso aufhören wollen, verweist Petzold ins Reich der Fantasie. „Alles Blödsinn!“ Alles andere als Blödsinn ist, dass Petzold im September noch unbedingt als Location für eine Lesbenhochzeit da sein will. „Überall anders sind die Beiden mit fadenscheinigen Begründungen abgewiesen worde.“ Bei Petzold nicht. Da sind sie Teil der „Klimperfamilie“.

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