Entzug von Arbeitserlaubnissen für Flüchtlinge

Freisinger Kreishandwerksmeister: „Das ist ein großes Problem“

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Freising - Flüchtlinge, die ihre Arbeitserlaubnis verlieren oder keine Ausbildung mehr machen dürfen, sind gerade für das Handwerk ein Problem. Denn die Kammern haben im Kampf gegen den Fachkräftemangel vor allem auch auf Flüchtlinge gesetzt. Kreishandwerksmeister Martin Reiter sieht die Entwicklung mit Sorge.

Seit Dezember gibt es für die Landratsämter strengere Weisungen, was die Vergabe von Arbeitserlaubnissen für Flüchtlinge angeht. Wer aus Pakistan, Afghanistan oder Nigeria kommt, hat kaum noch eine Chance, einen Job oder eine Ausbildung zu bekommen. Wer bereits eine Arbeit hat, verliert sie wieder, wenn die Aufenthaltsgenehmigung verlängert werden muss. Für die Wirtschaft ist das ein Problem.


Herr Reiter, wie viele Asylbewerber absolvieren derzeit eine Handwerkslehre im Landkreis?

Wir haben derzeit 23 Jugendliche mit einem Ausbildungsvertrag – darunter einige mit niedriger Bleibeprognose.

Haben Sie Sorge, dass sie Ihre Ausbildung nun nicht abschließen dürfen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Regierung bei einem Lehrling hergeht und sagt: Das brechen wir jetzt ab und schicken dich nach Hause. Aber einige Betriebe haben bemerkt, dass es schwieriger wird, Ausbildungsverträge mit Flüchtlingen abzuschließen. Und die machen sich Sorgen, dass sie diejenigen, die eine erfolgreiche Lehre absolviert haben, nicht übernehmen dürfen. Denn eine Ausbildung kostet viel Geld, und natürlich will man was zurückbekommen. Insofern ist bei den Betrieben schon Verunsicherung zu spüren.

Wird die Handwerkskammer Ihr Engagement nun drosseln?

Nein, wir werden weiterhin forcieren, Flüchtlinge in Lehrstellen zu bringen. So fahren wir Mitte Januar mit einem Bus voller Schüler und Lehrer zu Handwerksbetrieben – auch wenn es nicht immer einfach ist. Wir haben des Öfteren Erfahrungen mit unzuverlässigen Asylbewerbern gemacht, die einfach nach dem dritten Tag nicht mehr kommen. Aber es gibt auch deutsche Jugendliche, bei denen die Motivation zu wünschen übrig lässt.

Ein weiteres Problem: Asylbewerber mit schlechter Bleibeprognose können kaum noch mit einer Verlängerung Ihrer Arbeitserlaubnis rechnen.

Das ist ein großes Problem. Wir haben etliche Betriebe, in denen Asylbewerber arbeiten. Flüchtlinge, die sich gut eingegliedert haben. Die menschlich zu den Betrieben passen. Wenn die wegfallen, müssen wir wieder Arbeiter aus dem Ostblock zu uns holen, und das wollen wir nicht. Dazu sind wir dann aber gezwungen, weil uns die Facharbeiter ausgehen.

Rubriklistenbild: © picture alliance

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