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Unter keinem guten Stern scheint der seit Ende März laufende Prozess gegen zwei Brüder wegen versuchten Mordes vor der Jugendkammer des Landgerichts zu stehen.

Prozess wegen versuchten Mordes: Videovernehmung vorerst gescheitert

Freisinger Mordprozess: Zeugenbefragung in der Warteschleife

Der Mordprozess vor der Jugendkammer in Landshut wächst sich zum Marathon-Verfahren aus. Jetzt platzte eine wichtige Vernehmung per Video.

Landkreis - Unter keinem guten Stern scheint der seit Ende März laufende Prozess gegen zwei Brüder wegen versuchten Mordes vor der Jugendkammer des Landgerichts zu stehen. Gegenstand des Verfahrens ist der Einbruch auf einem Anwesen im Landkreis Freising im Februar 2020, bei dem der Hausherr durch einen Schlag auf den Kopf lebensgefährlich verletzt worden war. Der jüngere Rumäne (18) hatte zu Prozessbeginn den Einbruch beim einstigen Arbeitgeber eingeräumt, will den aber nicht mit seinem älteren Bruder (23), sondern einem Bekannten (21) verübt haben. Der ist seither in Rumänien. Jetzt hätte sich der 21-Jährige zu einer Videovernehmung bereit erklärt. Doch wie Richter Andreas Wiedemann erklärte, habe man trotz Europäischer Ermittlungsanordnung noch keine Antwort auf die Anfang Juni geschickte Anfrage erhalten.

Marathon-Prozess mit sieben weiteren Terminen

Zeugen gibt es auch so viele: Die Verfahrensbeteiligten konnten sich nach einigem Hin und Her auf sieben weitere Termine verständigen. Tag der Urteilsverkündung wäre – Stand jetzt – der 24. September. Der 23-jährige Mitangeklagte, der seine Unschuld beteuert, war zwischenzeitlich vor Gericht in Tränen ausgebrochen. Auch die Brüder hatten sich nach der Tat in Rumänien aufgehalten, waren aber laut Verteidigung freiwillig nach Deutschland zurückgekehrt, um „reinen Tisch zu machen“. Allein schon mit der langen U-Haft habe der junge Familienvater nicht gerechnet.

Die Erkenntnisse des jüngsten Verhandlungstags bezogen sich auf eine Aussage des 18-jährigen Angeklagten und des Opfers (51). Er habe mit seinen Kumpels am Abend vor dem Einbruch Fußball geschaut und dabei „zwei, drei Bier“ getrunken, hatte der 51-jährige Landwirt angegeben. Dies wurde von einem Bekannten (53) bestätigt, der nun ausgesagt hat. Demnach sei der Hausherr gegen 22 Uhr zu Bett gegangen; er selbst habe als letzter, gegen 23.45 Uhr, das „Stüberl“ verlassen. Die Haustür sei nie abgesperrt gewesen, so der Zeuge. Er habe lediglich das Licht ausgemacht. Dabei sei ihm nichts aufgefallen, „wirklich gar nichts“.

Der Einbruch soll eine spontane Idee gewesen sein

Der 53-Jährige gab auch an, dass das Auto des Landwirts hinter dem Haus geparkt war, „da, wo´s immer steht“. Er habe seinen Wagen direkt daneben abgestellt gehabt.

Der 18-Jährige hatte zu Prozessbeginn angegeben, sein Kumpel und er seien durch die Gegend gefahren und dabei spontan auf die Idee gekommen, bei seinem Ex-Chef einzubrechen. Nachdem in dem Haus kein Licht gebrannt habe und auch das Auto des Landwirts nicht da gewesen sei, habe man gedacht, sie könnten einbrechen, ohne überrascht zu werden.

Der Prozess wird am 14. Juli fortgesetzt.

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