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Wunderbar gruselig, furchtbar laut und ausgesprochen freundlich ging’s beim Perchtenlauf in der Freisinger Innenstadt zu.

schaurig-schöner Perchtenlauf

Wilde Horden stürmten Freising

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Wilde Gestalten mit grässlichen Fratzen haben am Samstagabend die Freisinger Innenstadt gestürmt. Beim zweiten großen Perchtenlauf ging es wunderbar gruselig und laut, aber auch freundlich zu.

Freising Seit 15 Jahren treiben die Frisinga Fratzen ihr Unwesen. Dabei sind die zotteligen Gestalten mit ihren hässlichen Masken gar nicht so böse wie sie aussehen. Denn: Perchten sind Glücks- und Segensbringer, vertreiben mit ihrem Auftreten und ihren lauten Glocken den Winter. Wenn diese Tradition stimmt und wenn dieser Brauch wirkt, dann ist in Freising seit Samstag der Winter vorbei. Denn sieben Perchtengruppe aus ganz Bayern haben am Abend die Altstadt unsicher gemacht und dabei mehreren hundert Zuschauern eine beeindruckende Vorstellung geboten.

Lieblingsuntensilien der wilden Gesellen sind neben der Glocke der Besen und die Rute. Immer wieder mal gab es für die Zuschauer den einen oder anderen Klaps und Streich auf die Wadeln. Besonders gerne wurde den Besuchern auch die Mütze über die Augen gezogen oder die Frisur verwuschelt. Und manchmal spurteten die Perchten auch ganz überraschend auf einen Zuschauer zu, der dann unwillkürlich zurückzuckte. Doch weil die Perchten ja liebe und nette Gestalten sind, gab es nach den Aktionen stets einen freundschaftlichen Klaps auf den Kopf oder eine freundliche Umarmung. Und auch für Selfies waren die Perchten jederzeit zu haben.

Die sieben Gruppen, die unter anderem aus Landshut, Sonthofen und Passau angereist waren, waren am Christopher-Paudiß-Platz gestartet, wurden dann am Marienplatz empfangen und vorgestellt. Und dort gab es dann auch die ersten wilden Tänze zu Trommelrhythmen, wurden Fackeln geschwungen und der Marienplatz in Rauch gehüllt. Besonders die Passauer Höllengeister waren gruselig anzusehen, die Amper Perchten ebenso. Und dann waren da noch die Hexen-Gruppe aus Landshut oder auch der Klausenverein Sonthofen. Sie alle – ob Geister, Frau Perchta, Hexen oder auch die Habergoaß – sammelten sich dann am Kriegerdenkmal, um zurück zur Heiliggeistgasse den eigentlichen Perchtenlauf zu starten, die Menschen entlang der Straße zu erschrecken, sanfte Schläge mit der Rute zu verteilen, Schabernack zu treiben und jede Menge Lärm zu machen. Dass dann auch noch ein Feuerspeier mit nacktem Oberkörper mit von der schaurig-schönen Partie war, dürfte dem Winter sicherlich den Rest gegeben haben. Wenn denn die Tradition stimmt und wenn der Brauch tatsächlich wirkt. Die Temperaturen ließen es vermuten.

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