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Ein ausgezeichnetes Projekt ist die Landschaftspflegemaßnahme. „Quellschutz im Ampertal“. Dafür gab’s am Mittwochabend eine Urkunde. Bei der Übergabe: Jörg Steiner, Matthias Maino, Volker Zahner, Michael Beier, Landrat Josef Hauner, Frank Hämmerle und Vize-Landrat Robert Scholz (v. l.).

Freisinger Politiker und Naturschützer im Zwiegespräch

Sie haben den „Balanceakt“ geschafft

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Begeisterung bei den Menschen wecken – nur so kann Naturschutz wirklich gelingen. Und noch etwas braucht man: Geld. Politiker und Naturschützer sind sich da bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch einig.

Freising – Als vor rund 30 Jahren im Landkreis Freising der Landschaftspflegeverband gegründet wurde, da war man ein Pionierlandkreis. Und in den vergangenen drei Jahrzehnten seien daraus sehr viele Mustergemeinden entstanden, die um den Wert der Natur wissen, sagt der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, Matthias Maino. Das große Aber: „Wir sind auf Fördermittel angewiesen.“ Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Verleihung der Urkunde „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ für das Projekt „Quellschutz im Ampertal“ hat man am Mittwoch im Landratsamt erörtert, wie man den Naturschutz weiter voranbringen könnte.

Zuerst gab es die Auszeichnung, die Landrat Josef Hauner an die beiden Träger des im wahrsten Sinn des Wortes ausgezeichneten Projekts – den Landschaftspflegeverband und die Heinz Sielmann Stiftung – überreichte.

Danach nutzte man die Gelegenheit für einen „Sielmann-Dialog“, den Volker Zahner, Prodekan der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und Stiftungsrat bei der Sielmann Stiftung, moderierte. Frank Hämmerle heißt der Landrat von Konstanz – eines Landkreises, von dem die Hälfte des Gebiets unter Schutz gestellt ist und wo man den „Balanceakt“ zwischen Zuzug und Wachstumsdruck auf der einen, Naturschutz auf der anderen Seite „ganz gut hinbekommt“, so Hämmerle. Wichtig dabei sei die Sielmann Stiftung gewesen – also jene Organisation, mit der zusammen der Landschaftspflegeverband Freising das Quellschutz-Projekt realisiert hat. Schlüssel zum Erfolg, sagt Hämmerle, sei folgende Maxime: „Naturschutz geht nur mit den Bürgern, nicht gegen sie.“ In seinem Landkreis habe man diese Begeisterung wecken können, da würden Bürgermeister von ihren Bürgern gerügt, wenn es in der Nachbargemeinde ein Biotop mehr gebe.

Im Landkreis Freising, so versicherte Landrat Josef Hauner, könne man so eine Begeisterung ohne Zweifel auch wecken. Schon jetzt könne man sich in Sachen Naturschutz aber sehen lassen, der Landschaftspflegeverband leiste da Großes.

Dessen Geschäftsführer Matthias Maino beschrieb die Situation so: Die Flächenbesitzer dürften keine Sperre im Kopf haben, die Landwirte seien die eigentlichen Landschaftspfleger, der Landschaftspflegeverband sei lediglich der „Durchlauferhitzer“, die Bürgermeister und ihre Gemeinderäte hätten Vorbildfunktion.

Vier Faktoren seien für den Naturschutz wichtig: Raum, Zeit, Qualität und Geld. „Mir fehlt nur das Geld“, so Maino, der beklagte, dass fast niemand die Natur als „Investitionsraum“ betrachte.

Dass man die Bürger mitnehmen und ein gewisses Maß an Begeisterung wecken müsse, weiß auch Jörg Steiner, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde: „Naturschutz muss Spaß machen.“

Am Ende der Diskussion meldete sich der Vorstand der Sielmann Stiftung, Michael Beier; zu Wort: Das Projekt „Quellschutz im Ampertal“ soll nun als Beispielprojekt in ein bundesweites Programm der Sielmann-Stiftung aufgenommen werden. Ziel des Programms: „Jeder Gemeinde ein Biotop.“

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