1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Freisinger Projekt „Sicheres Klassenzimmer“: Es wird weiter gemessen - und gelüftet

Erstellt:

Von: Andreas Beschorner

Kommentare

Viele Kommunen im Landkreis München entschieden sich gegen den Kauf von Luftfiltern, weil sie am Nutzen zweifeln.
Es kommt nicht nur auf den Einsatz von Luftfiltern an, sondern auch aufs richtige Lüften. Das ist eine Erkenntnis der bisherigen Studie. © Symbolfoto/Arne Dedert

Das Projekt „Sicheres Klassenzimmer“ geht in eine weitere Runde. Auch mit einer Kampagne „Gutes Lüften“.

Freising - Den Abschlussbericht des Projekts „Sicheres Klassenzimmer“, bei dem die Hochschule München an Schulen im Großraum München (also auch in Freising) und in Mainz Nutzen, Stärken und Schwächen diverser Lüftungssysteme und -arten in Klassenzimmern untersucht hatte, hatte Professor Christian Schwarzbauer bereits bei einem Pressetermin abgegeben (wir haben berichtet). Jetzt legte er ihn dem Schulausschuss des Landkreises vor, der als Konsequenz aus den Resultaten zwei Beschlüsse fasste.

350 Klassenzimmer in insgesamt 68 Schulen hatte man also „überwacht“, dabei über 50000 Unterrichtstage analysiert. Im Landkreis Freising waren es 59 Klassenzimmer in 14 Schulen und somit über 10000 Unterrichtstage.

Der Faktor Mensch ist ausschlaggebend

Dabei waren vor allem die Unterschiede zwischen Räumen, die per Fenster gelüftet wurden, Räumen, in denen mobile Luftreinigungsanlagen standen, und Räumen mit einer raumlufttechnischen Anlage interessant. Ein wichtiges Ergebnis: Beim Lüften über Fenster oder mit mobilen Luftreinigern ist der Faktor Mensch ausschlaggebend.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Daraus ergaben sich auch zwei Vorschläge, deren Umsetzung der Schulausschuss beschloss: Zum einen werden die vorhandenen Messgeräte ein weiteres Jahr betrieben, um weitere Daten zu gewinnen, die zu einem Lerneffekt führen könnten. Das ist auch das Ziel des zweiten Vorschlags, einer Kampagne mit dem Arbeitstitel „Gutes Lüften“, für die der Landkreis 20 000 Euro bereitstellen wird.

Der Stromverbrauch ist nicht zu verachten

Ums Geld ging es auch Martin Pschorr (SPD): Wie viel Strom die mobilen Luftreinigungsgeräte denn bräuchten, fragte Pschorr. Laut einer ersten überschlägigen Rechnung nannte Schwarzbauer jährliche Stromkosten von 110 Euro pro Klassenzimmer. Der Verbrauch sei also „nicht zu verachten“, sagte Florian Plajer, der Leiter des Hoch- und Tiefbaus im Landratsamt, aber in Abwägung zu Schulschließungen durchaus akzeptabel. Gegen die beiden im Gremium vorgeschlagenen Maßnahmen votierte Kreisrätin Melanie Hilz von der AfD.  

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising

Auch interessant

Kommentare