Die Hilfsbereitschaft der Russen ist beeindruckend, berichtet Martin Vogt. Mehr als ein Drittel der 7800 Kilometer von Moskau nach Peking haben er und seine Mitstreiter inzwischen bewältigt – und dabei interessante Begegnungen gemacht.Foto: privat

Fernradeln von Moskau nach Peking

Mit dem Rad durch russische Weiten

Freising  - Martin Vogt ist beileibe kein Sonntagsradler. Der Freisinger hat sich vor rund vier Wochen zu einer wahrlich gewaltigen Fahrradtour aufgemacht (wir haben berichtet). Sein Ziel: Er will von der russischen Hauptstadt Moskau bis in Chinas Hauptstadt Peking strampeln. Mehr als ein Drittel der Strecke hat der 62-Jährige inzwischen zurückgelegt. Seine Eindrücke schildert Vogt in einer E-Mail an die FT-Redaktion.

Mittlerweile, berichtet der leidenschaftliche Radsportler, seien er und seine Mitstreiter bereits auf dem Weg nach Novosibirsk in Westsibirien. Doch einen Schritt zurück: Innerhalb der ersten zwölf Tage der Tour bewältigten Vogt und seine Mitreisenden die Teilstrecke Moskau–Ufa (1340 Kilometer). Ohne jegliche Probleme und fast ausschließlich bei Sonnenschein, berichtet Vogt freudig. „Die Gruppe genieße enorme Aufmerksamkeit, bereits drei Mal habe sie ein russisches Fernsehteam begleitet und die Bilder seien dan auf verschiedenen Sendern ausgestrahlt worden. Vor einigen Tagen nun machten die Radler Halt in Omsk, der zweitgrößten Stadt Sibiriens. Annähernd 3000 Kilometer stecken Vogt und seinen Kollegen somit schon in den Knochen. Unverändert hat der Ingenieur einen „Riesenspaß, durch dieses unglaublich große und weite Land zu fahren“, versichert er. An das Zigeunerleben habe sich Vogt mittlerweile auch gewöhnt und die Abläufe innerhalb des Teams klappten inzwischen richtig professionell. Jeder wisse, wann er was zu tun habe und wann er dran sei. Etwa mit der Körperpflege. Bei lediglich zwei Duschen für 24 Biker bei gleichzeitiger Wasserknappheit, müsse das schon ordentlich durchgetaktet sein. Überaus positive Erfahrungen hat Martin Vogt bisher mit den Einheimischen gemacht. Es sei erstaunlich, welche Hilfsbereitschaft der Truppe entgegengebracht werde. Und auch das ausgeprägte Talent der Russen zu feiern hätten die Teilnehmer während einer Regenpause schon erleben dürfen. Auf einem kleinen Dorffest, schreibt Vogt, „wurden wir aufgenommen wie die besten Freunde und man forderte uns auf mitzufeiern, mitzutanzen und mitzutrinken“. Der strenge Zeitplan habe den Radlern aber leider nur eine Stunde Zeit gelassen. „Spaß hatten wir und unsere Gastgeber trotzdem jede Menge“, schreibt Vogt. Begeistert äußerst er sich auch über die landschaftlichen Schönheiten in dem riesigen Land. Je weiter sie ihre Strecke in Richtung Osten führe, desto dünner sei das Land besiedelt. Vogt: „Es ist unvorstellbar weit und groß. Für uns Mitteleuropäer unvorstellbar, wenn man es nicht selber gesehen hat."

Andreas Huber

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