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Das Freisinger Rathaus mit St. Georg im Hintergrund.

Eschenbacher antwortet seiner Personalratsvorsitzenden 

OB nimmt zur Personalsituation im Freisinger Rathaus Stellung: „Sachliche Ebene“ statt Rundumschlag

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Personalmangel ist auch im öffentlichen Dienst ein Problem. Auch in der Stadt Freising. Jetzt gab‘s Zoff wegen Äußerungen der Personalrats-Chefin.

Freising– Fachkräftemangel – das macht nicht nur der freien Wirtschaft in der Region zu schaffen. Doch so, wie die Personalratsvorsitzende der Stadt Freising, Monika Zauner, kürzlich auf Nachfrage der Freisinger SZ die Lage und die Stimmung in der Stadtverwaltung geschildert hat, dürfte es beileibe nicht sein. Und dass Zauner das auch noch öffentlich machte, rief bei OB und Stadträten – gelinde gesagt – Unverständnis hervor.

OB Tobias Eschenbacher betonte im Finanzausschuss, von Sebastian Habermeyer (Grüne) um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen Zauners gebeten, er wolle das Thema auf „sachlicher Ebene“ behandeln. Der OB nannte Zahlen: Seit 2013 (sein Amtsantritt war 2012) seien 128 neue Stellen geschaffen worden, man habe Bypass- und Springerstellen eingerichtet, um schnell reagieren zu können. Zwischen 2012 und 2018 habe man 282 neue Mitarbeiter eingestellt, davon 255 unbefristet, so der OB zu dem Vorwurf Zauners, es gebe so viele befristete Verträge. Die, so der OB, gebe es nur bei Saisonarbeiten oder bei Stellen, die an Zuschüsse gebunden seien.

OB Tobias Eschenbacher fand die sachliche Ebene.

Was die Bezahlung angehe, schöpfe man den Rahmen der Tarifverträge voll aus, vergleiche sich auch stets mit anderen Kommunen. Und: „Wir liegen im oberen Mittelfeld.“ Die Stadt gebe viel Geld für Qualifizierungsmaßnahmen aus (allein 2019 seien acht Mitarbeiter für 100 000 Euro fortgebildet worden), zudem biete man den Mitarbeitern zahlreiche Vergünstigungen auf freiwilliger Basis – Dienstwohnungen inklusive. Freilich, so der OB: Die Anforderungen und die Ansprüche an die Mitarbeiter seien hoch, Personal zu bekommen sei schwer. Aber alle täten ihr Bestes, er selbst springe sogar als Sachbearbeiter in Bereichen ein, wo es gerade besonders brenne.

Die Nachfrage von Habermeyer, ob der Stadt denn irgendwelche der von Zauner angeführten Mobbing-Fälle bekannt seien, verneinte Eschenbacher: „Wenn das der Fall wäre, würden wir dem selbstverständlich nachgehen. Uns ist aber kein Fall bekannt.“ Während Peter Warlimont (SPD) sagte, so etwas wie das von Zauner sei schon ein Zeichen für „atmosphärische Störungen“ und dem müsse man sich stellen, das müsse man ernst nehmen, versicherte der OB, dass man in die Verbesserung der Personalsituation sehr viel Zeit investiere. Peter Geiger (CSU) sagte, man müsse jetzt „einen Weg des Miteinander einschlagen“, Fachkräftemangel und Überlastung seien wichtige Themen, man müsse „an allen Stellschrauben drehen“, um Fachkräfte zu bekommen.

Die Stadträte stellten sich hinter OB und Stadtspitze. Birgit Mooser-Niefanger (FSM) beispielsweise warnte: Man müsse schon aufpassen, wenn man wie Zauner solche Aussagen tätige. Denn zwischen atmosphärischen Störungen und Mobbing liege schon ein weiter Weg. Ungut sei, dass eine solche Berichterstattung „viel Raum für Spekulationen“ lasse. So an die Öffentlichkeit zu gehen, sei in keiner Weise zielführend und alles andere als „ein probates Mittel“.

Habermeyer stimmte zu: Zudem würden Stadtrat und Verwaltung in ein schlechtes Licht gerückt und es sei sehr schwer, sich zu wehren. Denn: Aus Rücksicht auf das Personal könne und dürfe man gegen solche allgemeinen Vorwürfe auch gar nicht argumentieren. Und Rudolf Schwaiger (CSU) sagte, es sei ganz sicherlich nicht so, dass es überall in der Stadt solche Probleme gebe, wie sie Zauner in ihrem „Rundumschlag“ benenne. Die Situation im Referat 2 (Kämmerei) habe offenbar diese „Generaldiskussion“ ausgelöst, sei aber sicher nicht auf die gesamte Verwaltung übertragbar. Wie OB Eschenbacher sagte, stehe man kurz davor, die Leitung der Kämmerei neu zu besetzen. Ansonsten, da war man sich mit Mooser-Niefanger einig, seien solche Aussagen wie die von Zauner kontraproduktiv und eine Art Knieschuss: Denn nach solchen Vorwürfen sei es noch schwerer, Personal für die Verwaltung zu finden.

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