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Mit einer Dankurkunde und einer Medaille zeichnete OB Tobias Eschenbacher (r.) Stefan Ebert aus.

Der Freisinger Stefan Ebert im Rathaus ausgezeichnet

Die Stadt dankt dem Lebensretter

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Das Alkoholverbot auf Münchner Plätzen und Straßen war am 21. Januar dieses Jahres noch keine 24 Stunden alt , da hätte es beinahe den ersten Todesfall am Hauptbahnhof gegeben – hätte nicht der Student Stefan Ebert (21) beherzt eingegriffen. Der Freisinger zog im U-Bahnhof der Linie U4/U5 zusammen mit zwei Unbekannten einen Betrunkenen aus dem Gleisbett. Für seine Courage wurde er jetzt von OB Tobias Eschenbacher im Rahmen der Vereinsfunktionärs-Ehrung im Rathaus mit Dankurkunde und Medaille ausgezeichnet.

Freising/München –Gegen 20 Uhr wartete Stefan Ebert damals am Bahnsteig der Linie U4/U5 im Hauptbahnhof. Er wollte nach einem Besuch in Freising mit der U-Bahn in seine Studentenwohnung in München zurückfahren. „Ich war in meinen Gedanken eigentlich ganz woanders“, erzählte der Politik-Student seinerzeit dem Merkur. Bis ein Mann in sein Sichtfeld torkelte – gefährlich nahe an der Bahnsteigkante. Wenige Sekunden später verlor der Betrunkene das Gleichgewicht und fiel ins Gleisbett. Mit seinem Kopf schlug er auf den Schienen auf, war sofort bewusstlos. „Ich habe kurze Blicke mit zwei anderen Männern neben mir ausgetauscht“, erklärte Ebert im Interview. „Es fiel kein einziges Wort, wir wussten gleich, was zu tun war.“ Die Männer schmissen ihre Taschen auf den Boden und sprangen auf die Gleise. Mit vereinten Kräften zerrten sie den Mann zurück auf den Bahnsteig. Dann ein Blick auf die Anzeige: Die zeigte an, dass die nächste U-Bahn in knapp einer Minute einrollen werde. Nichts wie raus!

In der Zwischenzeit war ein Mitarbeiter der U-Bahnwache zu dem Verletzten auf den Bahnsteig geeilt. Auch er hatte die Situation beobachtet und den Nothalt aktiviert. „Ich war froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagte der Student kurz nach dem Zwischenfall.. „An die eigene Sterblichkeit habe ich in dem Moment nicht gedacht. Es war eine spontane Entscheidung.“

OB Tobias Eschenbacher wies bei der Übergabe auf die „großartige Leistung“ von Ebert hin. Und: Jeder habe schon einmal Berichte über lebensbedrohliche Situationen gesehen oder gelesen – und sich gefragt: Wie hätte ich reagiert? „Stefan Ebert hat Zivilcourage bewiesen.“

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