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Muss derzeit lange auf Kundschaft warten: Taxifahrer Murat Yilmaz spürt die Auswirkungen der Pandemie enorm. 

Kunden am Flughafen bleiben aus

Freisinger Taxler verzweifelt: „Totaler Stillstand“

Am Flughafen ist der Verkehr nahezu zum Erliegen gekommen. Die vielen Taxifahrer warten meist vergebens auf Kundschaft. Einer von ihnen ist Murat Yilmaz aus Freising. Er ist verzweifelt.

Freising – Das Coronavirus hat die Welt lahmgelegt. Auch Murat Yilmaz aus Freising. „Ich bin nun schon seit einem Vierteljahrhundert in der Taxi-Branche tätig, aber so einen Stillstand habe ich noch nie erlebt.“

Die Wartezeit bis zum nächsten Fahrgast ziehe sich immer mehr in die Länge, sagt der 46-Jährige. „Fast alle Langstreckenfahrten fallen weg. es gibt fast nur noch kurze Fahrten in die Umgebung des Flughafens.“ Durch die gestrichenen Flüge fallen vor allem Touristenfahrten weg, die sonst einen großen Teil seiner Arbeit ausmachten. Dass auch alle Großveranstaltungen abgesagt worden sind, treffe die Taxler ebenfalls hart: Das Taxigeschäft lebe auch von Geschäftsleuten und Messegästen, betont der Freisinger Taxler. „Wo kein soziales Leben ist, da gibt es auch keine Arbeit für uns.“

Abstand einhalten ist unmöglich

Dass Taxis derzeit kaum gerufen würden, versteht Yilmaz. „Es ist einfach nicht möglich, den Sicherheitsabstand in einem Auto einzuhalten.“ Deshalb bittet er die wenigen Fahrgäste, hinten rechts einzusteigen, um den größtmöglichen Abstand einzuhalten und wenn möglich bargeldlos zu bezahlen. Das bisherige Maskengebot, das ab Montag zur Pflicht wird, würden ohnehin schon viele einhalten. Nach der Fahrt legt er Wert darauf, den Pkw zu desinfizieren – auch zum Eigenschutz.

Taxis abgemeldet

Taxifahrer unterliegen der gesetzlichen Beförderungspflicht. Yilmaz hat sich davon bis zum 30. April befreien lassen. „Es lohnt sich fast nicht mehr, stundenlang auf eine Fahrt zu warten.“ Daher habe er seine Taxis vorübergehend abgemeldet und wartet ab. Doch die Ausgaben laufen wie gewohnt weiter. Yilmaz musste daher Beiträge und Autokredite stunden lassen. Der 46-Jährige ist erleichtert über das finanzielle Hilfsangebot von Seiten des Staats: „Ich bin froh, dass uns die Regierung in so harten Zeiten zur Seite steht.“ Als Unternehmer habe er die Möglichkeit, Soforthilfe zu beantragen. Trotzdem hofft Yilmaz, „dass alles bald wieder vorbei ist, damit wir in unseren Alltag zurückkehren und auch wieder normal arbeiten können“.  

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