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„Freisinger Wege“ aus der Klimakrise: Bürger erarbeiten zusammen mit Stadt ambitioniertes Konzept

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Zwei Frauen vor Plakatwand.
Im Sommer zu heiß oder angenehm kühl? Persönliche Einschätzungen konnten am Infostand mit Klebepunkten auf einem großen Banner dokumentiert werden. © Stadt Freising

Welche Strategien gibt es für Freising, um sich dem veränderten Klima anzupassen? Das will die Stadt mit ihren Bürgern herausfinden - als Modell-Kommune.

Freising – „Viele werden sich noch erinnern: Es war ein neblig-trüber Samstagmorgen, als Mitarbeitende des Stadtplanungsamts und das beauftragte Planungsteam im November auf dem Wochenmarkt der Stadt Freising selbst an Ständen vertreten waren: ,Gehandelt‘ wurde mit Informationen rund um das Klimaanpassungskonzept der Stadt Freising, kurz: KLAPS 50“, berichtet Stadt-Pressesprecherin Christl Steinhart. „Mit den Passantinnen und Passanten wurde bei einem heißen Glas Punsch und unter Einhaltung der Corona-Regeln in lockeren Gesprächen über die zunehmend spürbaren Folgen des Klimawandels, insbesondere durch Hitze und Starkregen, diskutiert.“

Brennende Fragen rund um das Thema Klima

Das „KLAPS 50“ soll laut Steinhart Wege aufzeigen, mit diesen Folgen umzugehen. An den Infoständen wurden am Aktionstag dabei ausdrücklich die Erfahrungen der Freisinger Bürgerinnen und Bürger gesammelt: Wo ist es im Sommer zu heiß? Wo sind an solchen Tagen schöne, kühle Orte zur Erholung? Wo steht bei Starkregen das Wasser?

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Als „zu heiß“ wurde vor allem die Innenstadt empfunden. Als kühle Erholungsräume kristallisierten sich laut dem Resümee Christl Steinharts „die Isarau, die Grünzüge an der Moosach und der bewaldete Südhang des Weihenstephaner Bergs heraus“. Die Pressesprecherin weiter: „Bei Starkregen gefährdete Orte finden sich nach Kenntnis der Bevölkerung vermehrt am Übergang zwischen Stadt und Moosach-Au, entlang der Bäche und Gräben im Stadtgebiet wie dem Thalhauser Graben, dem Wippenhauser Graben oder dem Schleiferbach sowie in der östlichen Innenstadt.“

Ein erster Blickauf die Analyse

Gleichzeitig konnten Interessierte einen ersten Blick auf die Analyseergebnisse der Klimastudie werfen: Vorgestellt wurden die bioklimatische Belastung des Stadtgebiets, die Analyse der Gefährdung durch Starkregen und die sogenannte „Vulnerabilitätsanalyse“, die Gebiete der Stadt identifiziert, die besonders durch die Folgen des Klimawandels betroffen sind. Das Ergebnis, so Steinhart: „Die fachliche Analyse und die Einschätzungen der Freisinger stimmten vielfach überein. Beide identifizierten die Innenstadt als besonders hitzebelastet und die Stadtgebiete entlang der Bäche und Gräben sowie die östliche Innenstadt als besonders gefährdet bei Starkregen.“

Eine Sammlung von Ideen und Anregungen

In Form von „Mindmaps“ wurden Anregungen und Ideen gesammelt, möglichst breit aufgestellt Beiträge zur Klimaanpassung zu leisten. Steinhart: „Die Bürger bauen hier stark auf zentrale Leistungen durch die Stadt und nannten häufig eine Begrünung der Innenstadt durch mehr Bäume, auch in mobiler Form, aber auch Dach- und Fassadenbegrünungen. Neben dem Schwerpunktthema Grün unter möglichen Maßnahmen zur Klimaanpassung wurden auch im Bereich Mobilität Möglichkeiten gesehen, dem Klimawandel zu begegnen. Viele äußerten den Wunsch, die Innenstadt verkehrsberuhigt zu gestalten oder für den Autoverkehr ganz zu sperren.“

Auch die Förderung des Radverkehrs, etwa durch einen Ausbau des Radwegenetzes, seien mehrfach genannt worden. Die Erfahrungen, Anregungen und Ideen wurden dokumentiert und sollen in das Konzept einfließen.

Ambitioniertes Konzept

Die Stadt Freising und ihr ambitioniertes Konzept sind im Herbst 2020 vom Bayerischen Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr als eine von acht Modellkommunen für das Projekt „Klimagerechter Städtebau“ ausgewählt worden (wir haben berichtet). Steinhart erläutert: „Die Modellkommunen werden bei der Erarbeitung von Stadtklimakonzepten vom Freistaat unterstützt und die Ergebnisse dann allen bayerischen Kommunen als übertragbare Lösungsansätze zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, auf kommunaler Ebene Strategien zu entwickeln und Strukturen schaffen, die eine Anpassung an den Klimawandel und seine lokalen Folgen ermöglichen. Auf diesem Weg hat das Stadtplanungsamt mit seiner Info-Aktion auf dem Wochenmarkt ausdrücklich die Expertise der Bürgerinnen und Bürger eingeholt.“
ft

Gut zu wissen

Mehr zum Thema gibt es online auf der Homepage der Stadt Freising.

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