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Zum Wohl: (v. l.) Kellermeister Klaus Tenbrink, Gründer Thomas Mücke, Kellermeister Joachim Eder, Gründer Florian Notter sowie die stellvertretenden Vorsitzenden Isabella Hödl-Notte, Elisabeth Reisch, Nanni Feller und Vorsitzender Bernhard Reiml.

Zehnjähriges Bestehen gefeiert

Freisinger Weinberg muss wegen Bauarbeiten weichen – doch es gibt Hoffnung

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Seit zehn Jahren gibt es den Weingarten am Freisinger Domberg. Doch bald wird er den Baumaschinen weichen müssen - aber das soll nicht das Ende des Pergweins bedeuten.

Freising – Einige sind heruntergepurzelt, einer der Helfer hat sogar seine Brille verloren und sie bis heute nicht wieder gefunden. Könnte er sprechen, würde der kleine Weingarten am Domberg-Südhang nach zehn Jahren wohl schon viel erzählen. Wie das Projekt 2009 begann, wie damals die „Gründerväter“ des Weingartens, Florian Notter und Thomas Mücke, den Weinberg anlegten und was sich seitdem alles getan hat, darauf hat der Verein für Stadtbildpflege am Samstag bei einem kleinen Empfang zurückgeblickt. Den neuesten Pergwein, Jahrgang 2018, gab es freilich auch zum Probieren.

Man sei stolz, was da am Domberg-Südhang im wahrsten Sinn des Wortes „gewachsen“ sei, begrüßte Vorsitzender Bernhard Reiml die Gäste im Innenhof der alten Residenz, bevor sich alle auf die Rosenterrasse begaben. Dort blickte Florian Notter zunächst noch weiter zurück als ins Jahr 2009: Die wichtigste Quelle dafür, dass bereits im 17. Jahrhundert Wein am Domberg-Südhang angebaut worden war, sei ein Kupferstich aus dem Jahr 1642, auf dem ein großer Weingarten zu sehen ist. Und es gebe aus dieser Zeit Rechnungen über Ziegellieferungen für den „Weinperg“. Was dann vor zehn Jahren hier begonnen wurde, könne und wolle sich gar nicht mit dem Weinanbau von damals vergleichen, so Notter. Ziel war es, den Blick der Öffentlichkeit auf das wertvolle Gelände des Domberg-Südhangs zu lenken.

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Thomas Mücke, der bereits seit 35 Jahren in der Wachau einen kleinen Weingarten betreibt, berichtete, wieso man sich damals für die Rebsorte Johanniter entscheiden habe: Sie sei frosthart und habe eine hohe Pilzresistenz. „Das hat sich gut bewährt“, konnte Mücke jetzt konstatieren – zehn Jahre, nachdem die 100 Setzlinge gepflanzt worden waren.

Freilich: Bei den Arbeiten am Weinberg merke man immer wieder, dass der Domberg-Südhang „steil, sehr steil“ sei. Doch der Lohn der Mühen ist zum Beispiel ein „exzellenter“ Jahrgang 2018, wie Joachim Eder beschrieb. Davon konnte man 60 Liter abfüllen und die Gäste durften ihn auch verkosten.

Doch eine Sorge treibt die Weinberg-Liebhaber um: Wie lange wird es angesichts der umfangreichen Arbeiten auf dem Mons doctus den Weinberg noch geben? Das wüssten auch die Verantwortlichen noch nicht so genau, sagte Andreas Huber, zuständig für die Herbergsbetriebe der Erzdiözese. Aber zwei Dinge seien klar: Weil man an die Stützmauern der alten Residenz heran müsse, müsse der Weinberg weichen. „Die fürstbischöfliche Residenz ist wichtiger als 100 Rebstöcke.“ Doch der Weinberg werde von der Diözese laut Huber sehr wertgeschätzt, sodass man unbedingt wolle, dass er nach Abschluss der Arbeiten wieder angepflanzt wird.

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