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Freisinger Wohnungsmarkt bleibt ein „Trauerspiel“

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Von: Andreas Beschorner

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Neben der Feuerwache II entstehen 115 neue städtische Wohnungen. Kosten: 25,65 Millionen Euro. © Archiv Gleixner

„Immer dasselbe Trauerspiel“, kommentierte Sebastian Habermeyer und holte einmal frustriert Luft. Mit dieser Reaktion auf den diesjährigen Wohnungsvergabebericht von Robert Zellner war der Grünen-Stadtrat nicht allein. Und es gab auch keinen Anlass, auf die Zahlen und die Situation, die der Leiter des städtischen Sozialamts schilderte, anders zu reagieren.

Freising –  „Nur 68 Zuweisungen öffentlich-geförderter Wohnungen“ seien in den vergangenen zwölf Monaten erfolgt, berichtete Zellner. In 42 Fällen davon seien Wohnungen getauscht und in 14 Fällen Bewohnern aus Notunterkünften eine öffentlich-geförderte Wohnung zugewiesen worden. Anders ausgedrückt: Nur zwölf Bewerber vom freien Wohnungsmarkt konnten eine öffentlich geförderte Wohnung erhalten. Die Anzahl der Bewerber belaufe sich, so Zellners Statistik, derzeit auf 260. Insgesamt hätten 350 Menschen im Amt vorgesprochen, wobei „das aggressive Auftreten von Wohnungssuchenden mittlerweile leider in der Wohnungsvergabestelle Alltag“ sei, wie Zellner berichtete. Was besonders „bedenklich“ sei: Die Zahl der Zwangsräumungen steige weiterhin, die Stadt habe oft keine Chance, zu reagieren. Außerdem drängten weiterhin immer mehr Menschen aus EU-Ländern in den Wohnungsmarkt, die keine Arbeit und keine Wohnung hätten. „In erheblichem Maße belastet“, so steht es im Bericht zu lesen, werde die Verwaltung, wenn anerkannte Asylbewerber die Regierungsunterkünfte verlassen, einen kleinen Wohnraum anmieten und dann der Familiennachzug erfolgt. Heidi Kammler (SPD) nutzte die Gelegenheit, wieder auf den so dringend notwendigen Mietspiegel hinzuweisen. Und Ulrich Vogl (ÖDP) stimmte ihr zu: „Das fliegt uns jetzt allmählich um die Ohren.“

Eine gewisse Erleichterung auf dem Wohnungsmarkt verspricht ein Vorhaben, das am Montag im Finanzausschuss endgültig als Projekt beschlossen wurde: das Städtische Mehrgenerationenwohnen in Lerchenfeld an der Katharina-Mair-Straße.

Das schon mehrfach besprochene Projekt, das 115 Wohnungen in verschiedenen Größen zwischen 33 und 113 Quadratmeter bieten wird, ist derzeit mit 25,65 Millionen Euro veranschlagt. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung geht von einer durchschnittlichen aktuellen Kaltmiete von 8,50 Euro pro Quadratmeter und einem Abschreibungszeitraum von 30 Jahren aus. Was die Vergabe der Wohnungen betrifft, wurde eine Projektgruppe gegründet, die bestimmte Vergabekriterien und ein Punktesystem entwickelt hat. Finanzreferent Ulrich Vogl (ÖDP) lobte: „Wir kleckern nicht, wir klotzen.“

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