Viel Muskelkraft war erforderlich, um die einzelnen Brückenteile in Passau an ihre vorbestimmte Position zu tragen. Aber gemeinsam wurde auch diese schweißtreibenden Arbeit gemeistert.

THW Freising hilft in Passau

Nach der Brücke ist vor der Brücke

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Freising/Passau - Nach dem Bau von drei Behelfsbrücken im Landkreis Rottal-Inn durften die THW-Bauspezialisten nur kurz verschnaufen. Ende Juni rückten sie nach einem Unwetter nach Passauer aus.

Die Unwetter haben Deutschland weiterhin fest im Griff, kaum ein Tag vergeht, ohne dass es zu schweren Unwettern kommt. Ende traf ein solches, raumlich eng begrenztes, Unwetter Passau und die Stadtteile Bayerisch Haibach, Grubweg und Ilzstadt. In Minutenschnelle schwoll der kleine Haibach meterhoch an und riss Unmengen von Kies und Sand sowie Bäume mit sich. 

Im Bereich einer Pension überfluteten die Wassermassen einen Urlauberparkplatz und zerstörte die einzige Brücke im Stadtteil wodurch zwischen 30 und 40 Häuser in Bayerisch Haibach von der Ausenwelt abgeschnitten wurden. Der THW-Ortsverband schickte vier Spezialisten der Fachgruppe Brückenbau zur Erkundung ins Schadensgebiet. Dann wurde der Einsatzauftrag fur den Bau einer Behelfsbrücke Typ Bailey durch die örtliche Einsatzleitung und die Stadt Passau erteilt. Im Ortsverband Freising waren die Logistikplanungen bereits hochgefahren und die Transportunterstützung durch den Sattelzug des THW-Landesverbands Bayern sowie durch ein Gespann des THW Dachau organisiert. Rund 20 Freisinger Einsatzkräfte verluden etwa 60 Tonnen Material inklusive Verpflegung und Infrastruktur. Zeitgleich rückten die 24 Freisinger Brückenbauer mit neun Fahrzeugen nach Passau aus. Dort wurden die Baustelle eingerichtet, ein Platz für die Vormontage der Brückenteile erkundet und das Material abgeladen. Tags darauf wurde die Rollenbahn für den Brückenvorschub installiert und der notwendige Bau der Auflager auf beiden Seiten bewerkstelligt. Zeitgleich begannen drei Trupps mit der Montage der einzelnen Brückenfelder am Vormontageplatz. 

Dann musste unterbrochen werden, weil Starkregen das Arbeiten unmöglich machte. In den nächsten Tagen montierten die Helfer die Behelfsbrücke (rund 22 Meter lang ist und 30 Tonnen schwer) fertig. Der für den Bau zur Verfügung stehende Platz war an der Einsatzstelle extrem knapp bemessen. Dies forderte laut THW von den Einsatzkräften um Gruppenführer Florian Wigger „eine sehr kreative Montageart. „Die einzelnen Brückenfelder wurden vormontiert und mit dem Gabelstapler unter einer alten Bahnbrücke hindurch an die Einsatzstelle gebracht. Dort übernahm sie der Freisinger Mobilkran und hob sie vorsichtig über den Haibach an die Montagebahn“, erläuterte Wigger die komplexe Montage. Dabei wurden die Freisinger Brückenbauer nicht nur vom THW Passau sondern auch von Kräften aus den Ortsverbänden Deggendorf, Regen und Vilshofen tatkräftig unterstützt, bis die Brücke nach nur 72 Stunden an die Stadt Passau übergeben werden konnte.

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