Zwei Männer bei Schlüsselübergabe vor AOK-Emblem.
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Den Schlüssel der AOK Erding hat Andreas Kochbeck gerade an Heinricht Hecht (r.) übergeben.

Freisings AOK-Chef Heinrich Hecht nun auch für Erding zuständig

Verschlankung nur in der AOK-Chefetage

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Freisings AOK-Chef Heinricht Hecht ist jetzt auch für die AOK Erding zuständig. Verschlankt wird aber nur die Führungsebene

Freising/Erding – Beschlossen wurde das Ganze schon vor einem Jahr: Da wurden die beiden AOK-Direktionen Freising und Erding „zusammengeführt“, um Synergieeffekte besser nutzen zu können. Aus den beiden Direktoren Heinricht Hecht (Freising) und Andreas Kochbeck (Erding) wurde eine „Doppelspitze“. Seit kurzem nun führt Hecht die neue AOK-Direktion Freising-Erding allein.

Nur noch ein Direktor

„Für die Kunden ändert sich absolut nichts“, betont Hecht, „wir haben keineswegs vor, unser Beratungsangebot zurückzufahren. Auch ist kein Stellenabbau geplant“. Eine „Verschlankung gebe es definitiv nur in der Führungseben: Statt zwei gibt es nur noch einen Direktor. Auslöser sei der Wechsel von Andreas Kochbeck nach Mühldorf gewesen, wo er die Direktion habe übernehmen können, berichtet Hecht. Der Mühldorfer Chef wiederum sei in die AOK-Zentrale befördert worden.

Bis 1995 waren alle 39 AOK-Direktionen eigenständig – mit eigenen Vorständen, eigenem Haushalt und Beitragssätzen. Dann wurden die Direktionen unter dem Dach der „AOK Bayern“ zusammengefasst. Es gab nur noch einen Vorstand – und vor Ort die Direktoren. „Das ist 25 Jahre her“, resümiert Hecht. „Inzwischen gibt es neue technische Möglichkeiten“. In mehreren regionen bayerns sei die AOK bereits landkreisübergreifend organisiert – jetzt auch hier. Die Zusammenführung mit Erding mache die AOK noch leistungsstärker, gerade, was den Service vor Ort angehe.

Seit dem 4. Januar ist Heinrich Hecht nun auch für die 54 000 Erdinger Versicherten zuständig (Freising hat 10 000 mehr). Seitdem arbeitet der 55-Jährige drei Tage die Woche in Erding und zwei Tage in Freising. „Hier gibt es ohnehin schon wegen des Flughafens eine enge Zusammenarbeit“, so Hecht. Jetzt freue er sich aber auf die Aufgabe, „die beiden Landkreise noch besser zu verschmelzen“.

Die Kosten steigen

Hintergrund ist natürlich der steigende Kostendruck, den alle Kassen spüren. In den Kliniken herrsche generell eine hohe Auslastung, die man auch finanzieren müsse, betont der Chef der AOK Freising-Erding. Auch durch neue gesetzliche Auflagen – Stichwort Hygiene und Pflegeschlüssel – entstünden höhere Kosten. Dazu kämen nun auch noch die Mehrkosten durch die Corona-Pandemie. „Deshalb werden jetzt zwar planbare Eingriffe verschoben“, so Hecht, „aber die werden ja nachgeholt. Da befürchte ich eine ziemliche Bugwelle.“ Auch die Kosten für die Impfungen landeten bei den Kassen. Und schließlich bescherten Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit allen geringere Einnahmen. „Trotzdem halten wir seit sechs Jahren den Zusatzbeitrag“ stabil“, betont Hecht. Um das auch künftig stemmen zu können, müsste eigentlich der Bundeszuschuss erhöht werden. Immerhin hat man im Bereich Erding-Freising schon mit dem Sparen begonnen – ein Direktorengehalt fällt weg.

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