Gruppenbild von Preisträgern
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Bei der Verleihung des Jugendkulturpreises im Amtsgerichtsgarten: Hannes Marschoun (3. Platz), Landrat Helmut Petz, Johanna Jungbeck (2. Platz), Kulturreferentin Susanne Günther und Valentin Großkopf (Förderpreis). Nicht auf dem Bild: Hauptpreisträger Thomas Rath. Der Trompeter spielt gerade bei den Salzburger Festspielen.

Jugendkulturpreis: Die Gewinner konnten endlich öffentlich gewürdigt werden

Freisings junge Künstler: Höchst kreativ trotz Corona

Es sind junge kreative Menschen mit ganz unterschiedlichen Talenten. jetzt wurden sie mit dem Freisinger Jugendkulturpreis ausgezeichnet. Endlich!

Freising - Gerade die Arbeit von jungen Künstlern sei besonders wertvoll, betonte Kulturreferentin Susanne Günther, die mit ergreifenden Worten die Verleihung des Jugendkulturpreises 2021 im Amtsgerichtsgarten einläutete. Nach einer zweifachen Verschiebung des Termins aufgrund schlechten Wetters konnten endlich die vier Preisträger ausgezeichnet werden. Und sie bewiesen „live on stage“, dass sich Freising um den künstlerischen Nachwuchs keine Sorgen machen muss.

Die Pandemie habe den jungen Leuten, so Günther, sehr viel abverlangt. Die vier Talente allerdings hätten die Zeit überaus gut genutzt, um sich mit der eigenen Kunst auseinanderzusetzen. Die Gewinner des Jugendkulturpreises 2021 hätten famose Leistungen erbracht, so Günther. Um zu zeigen, dass auch große Künstler früh mit ihren Arbeiten begonnen haben, ähnlich wie die Preisträger, hatte Günther bekannte Beispiele herausgesucht: Louis Armstrong, Paul Auster und Mumin-Erfinderin Tove Jansson. Einige der ehemaligen Preisträger seien inzwischen etabliert in der Kunst, wusste Landrat Helmut Petz. Für ihn sei ganz klar: Freising habe eine sehr facettenreiche Kulturlandschaft, die auch gefördert werden muss. Künstler, die heuer keinen Preis ergattern konnten, sollen auf keinen Fall aufgeben, sondern es einfach im kommenden Jahr nochmals versuchen.

Und das sind die Preisträger

Los ging es mit dem 14-jährigen Valentin Großkopf, der den diesjährigen Förderpreis, dotiert mit 150 Euro, abstauben konnte. Hoch spannend und sprachlich überaus überzeugend, so beschrieb Evelyn Buchberger den 400 Seiten starken Debüt-Roman in ihrer Laudatio. An dem Mammut-Werk habe er, so Großkopf, insgesamt drei Jahre geschrieben. In Auszügen las der junge Autor dann auch aus seinem Fantasy-Roman „Die Feuermenschen“ – und hier muss gesagt werden: Hut ab! Denn Großkopf wählte dazu nicht nur gute Stellen aus, sondern performte eine Lesung wie ein Profi. Das Sprachbild klar und die dramaturgischen Betonungen perfekt gesetzt.

Nicht weniger beeindruckend: Hannes Marschoun. Der 18-Jährige, so Chiara Vogt in ihrer Laudatio, schreibe mit großer Empathie und sprachlichem Feingefühl. Seine Novelle „Traum“ erinnere zudem aufgrund Genre und Stil an Gemälde von Hieronymus Bosch. Tatsächlich geling es Marschoun, mit wenigen Worten eine surreale Stimmung zu skizzieren und eine Melange zwischen Traum und Wirklichkeit einzufangen. Der Autor schafft mit seinem unheimlichen Protagonisten Dr. Konrad eine Schauer-Mär in bester Stephen King-Tradition. Für seine Arbeit belegte Marschoun den dritten Platz, der mit 300 Euro dotiert ist.

Johanna Jungbeck kreierte „das Gundel“

Wer in Freising kennt inzwischen nicht Gundel? Die liebevolle Illustration, so Amna Amjad in ihrer Laudatio, sei in Freising wohlbekannt. Johanna Jungbeck habe es mit Gundel geschafft, Kinder stark zu machen. Und das, so Jungbeck selbst, wäre auch ihre wichtigste Message – zu zeigen, dass jedes Kind einzigartig ist und einen unvergleichbaren Wert inne trägt. Deshalb sei ihr Fabelwesen auch „das Gundel“, weil es eben alles und jeder sein kann. Durch den Lockdown ist das grüne Wesen sogar zum Instagram-Star geworden – das bei wichtigen Ereignissen mit dabei ist, zum Beispiel der Moosach-Eröffnung. Für ihre liebevollen Zeitgenossen erhielt Jungbeck den zweiten Platz und 450 Euro Preisgeld.

Der erste Preis musste allerdings stellvertretend übergeben werden, denn der Trompeter Thomas Rath konnte leider nicht teilnehmen. Der Meister der Musik und Ausnahme-Solist, wie Martin Keeser betonte, spielt gerade bei den Salzburger Festspielen.

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