Blick in den großen Sitzungssaal im Landratsamt Freising.
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Technisch aufgerüstet werden soll der große Sitzungssaal im Landratsamt. Die bequemen Stühle aber lassen sich die Kreisräte nicht wegnehmen.

Großer Sitzungssaal im Landratsamt muss technisch aufgerüstet werden

Freisings schönster Saal ist technisch von gestern

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Der historische Sitzungssaal im Landratsamt ist wunderschön - aber technisch nicht fit. Das soll sich jetzt ändern. Und man peilt etwas ganz Besonderes an.

Freising - Die Möglichkeit, in Corona-Zeiten Ton-Bild-Übertragungen von Sitzungen der Freisinger Kreisräte anzubieten, erzeugt für die Landkreisverwaltung einen „gewissen Handlungsdruck“, sagt Landrat Helmut Petz. Hinzu kommt, dass der große Sitzungssaal im Landratsamt zwar ein wundervolles historisches Ambiente bietet, technisch aber wahrlich nicht auf dem Stand der Dinge ist. Bereits bei den Haushaltsberatungen für dieses Jahr wurden deshalb 150 000 Euro für die Modernisierung der Sitzungssäle eingeplant. Jetzt wollte die Verwaltung von den Kreisräten ein Votum, ob man sich auch um ein neues, den Anforderungen entsprechendes Mobiliar kümmern solle. Das wurde zwar abgelehnt, doch dafür kam eine andere Variante erstmals ins Spiel: Das Dachgeschoß des ehemaligen Stabsgebäudes in der Stein-Kaserne, das der Landkreis bekanntlich erworben hat und zum zweiten Sitz der Verwaltung aus- und umbauen wird, könnte zum neuen Sitzungssaal werden.

Die bequemen Stühle müssen bleiben!

Hauptamtsleiter Jürgen Liebl erläuterte, dass das vorhandene Mobiliar im großen Sitzungssaal die Verwaltung vor Probleme stelle, weil Umbauten wegen anderer Veranstaltungen extrem aufwendig seien. Es gebe andere Lösungen, die etwa das Entfernen von Tischen und Stühlen leichter machen würden.

Doch die Kreisräte spielten da nicht mit: Toni Wollschläger (Grüne) sagte, die vorhandene Möblierung sei bequem und solle auch im Sinne der Nachhaltigkeit nicht ausgetauscht werden. Karl Ecker (FW) betonte, man brauche eine schnelle Lösung. Dem pflichtete Landrat Petz bei: Innerhalb eines Monats müsse das neue Konzept stehen. FW-Kreisrat Rainer Schneider plädierte dafür, dass man das, was die Verwaltung als technische Lösung auswähle, nicht erst wieder durch den Kreisausschuss und Kreistag absegnen lasse, sondern gleich den Landrat ermächtige, den Auftrag zu erteilen. „Ansonsten dauert das ja bis September“.

Dollinger: In zehn Wochen ist die Pandemie eh „durch“

Eine ganz andere Meinung vertrat Schneiders und Petz’ FW-Kollege Josef Dollinger: In zehn Wochen sei wegen der Impfaktionen „die Pandemie durch“. Dass man jetzt noch auf die Schnelle etwas für virtuelle Sitzungen durchziehen wolle, sehe er als nicht erforderlich an. Er sei deshalb grundsätzlich sowohl dagegen, den Sitzungssaal technisch zu modernisieren, als auch dagegen, an neue Möbel zu denken. „Ich stimme dagegen.“ Damit war Dollinger nicht allein. Von AfD-Kreisrat Gerhard-Michael Welter kam das zweite Nein bei der Abstimmung, mit der man dem Vorschlag Schneiders folgte.

Kreisrat Tobias Weiskopf erwartet etwas ganz Großes

Im Verlauf der Diskussion hatte Schneider als langfristige Variante die Idee ins Spiel gebracht, ob man nicht das „gigantisch große und architektonisch spannende“ Dachgeschoß des künftigen zweiten Standorts der Landkreisverwaltung im Stein-Park als Sitzungssaal nutzen könne. Wie Florian Plajer, der Leiter des Tief- und Hochbauamts im Landratsamt, berichtete, habe man bis jetzt dem im November beschlossenen Zwischennutzungskonzept gemäß 80 Arbeitsplätze hergestellt und geplant. Petz sagte, die Einrichtung des Impfzentrums habe die Pläne für die Zwischennutzung etwas durcheinander gebracht. Im Sommer werde allerdings das Contact Tracing Team das Corona-Infektionen nachverfolgt, von den Containern am Gesundheitsamt in das ehemalige Stabsgebäude umziehen. Zudem stellte Petz in Aussicht, dass man zusammen mit den Kreisräten das Gebäude besichtigen werde, sobald es die Lage zulasse.

Ganz Großes erwartet FDP-Kreisrat Tobias Weiskopf, wenn einmal der zweite Standort des Landratsamts vollständig in Betrieb ist: „Wir brauchen ein Highlight. Ich will, dass wir das bürgerfreundlichste Landratsamt Deutschlands werden.“

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