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Vor der Demo durch die Bahnhofstraße gab es am Kriegerdenkmal eine Kundgebung – diesmal vor etwa 100 meist jugendlichen Teilnehmern.

Demonstranten wollen Rathaus auf die Pelle rücken

Fridays for Future macht Druck: Freising soll Klimanotstand ausrufen

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Die Aktivisten von Fridays for Future machen Druck auf die Stadt Freising, den Klimanotstand auszurufen - nicht die einzige Forderung. Auch weitere Aktionen werden angekündigt.

Freising – Die Aktivisten von „Fridays for Future Freising“ wollen jetzt vor allem auf kommunaler Ebene Druck machen. So soll auch in Freising – wie bereits in weiteren 60 deutschen Städten – der „Klimanotstand“ ausgerufen werden. Bei der Kundgebung am Freitag wurde auch ein städtischer Klimabeirat gefordert. Jedes städtische Vorhaben, jedes Projekt, müsste vom Stadtrat künftig nicht nur „finanziell quantifiziert“ werden („was kostet es?“), sondern auch vor dem Hintergrund der möglichen „Klimakosten“ – der entstehenden Umweltbelastungen also.

Unter dem Beifall von gut hundert meist jugendlichen Zuhörern betonte Maximilian Trautner von der „Freisinger Allianz Klimanotstand“, Freising als „Öko-Pionierstadt“ müsste den Klimaschutz professionell, wissenschaftlich angehen. Jedes Jahr müsste daher ein Klimabericht vorgelegt werden, jedes Jahr die Fortschritte dokumentiert – oder eben bei eingeleiteten Maßnahmen nachjustiert werden. Der junge Redner forderte auch einen engen Schulterschluss zwischen der Stadt und den Freisinger Hochschulen, die schließlich bei den Themen Ökologie und Städteplanung Kernkompetenzen besäßen.

Umweltaktivisten kündigen Demo vor dem Rathaus an

Schon vor zwei Monaten habe die Allianz Klimanotstand, ein Zusammenschluss von 17 lokalen Organisationen, einen Antrag bei der Stadt eingereicht, in dem unter anderem gefordert wird, dass die Stadt bis 2030 klimaneutral werden soll. Immer noch gebe es aber keine offizielle Rückmeldung oder gar ein Gesprächsangebot von der Stadt.  Immerhin habe man jetzt die Nachricht erhalten, berichtete Trautner, „dass das Thema bei der Stadt beraten wird. Es soll auch einen Runden Tisch geben“. 

Flankierend dazu würden die Freisinger Grünen in Kürze einen Antrag auf Ausrufung des Klimanotstands einbringen. Sollte der im Stadtrat beraten werden – etwa im Dezember – werde man parallel dazu eine Großdemo vor dem Rathaus abhalten, kündigte Trautner an. Er forderte die Stadt auf, bis Frühjahr ein Maßnahmenkonzept zum Klimaschutz vorzulegen. Bereits jetzt aber könne man Teile der Maßnahmen umsetzen, die man schon 2013 formuliert habe.

OB Eschenbacher soll es anders machen als Trump

Bevor sich nach der Kundgebung am Kriegerdenkmal der Demozug Richtung Bahnhof in Bewegung setzte, forderte Klara Wrusch von „Fridays for Future“ eine „scharfe Wende“ in der Klimapolitik. Und Sepp Beck von Sonnenkraft Freising machte deutlich, dass es dabei „auch ums Wollen“ geht. Warum steige in Deutschland weiter die Zahl der Kfz mit Verbrennungsmotoren? Und warum die Zahl der Flugreisen?

Schon vor der Kundgebung hatte es Luca-Marie Beck von „Fridays for Future“ auf den Punkt gebracht: „Klimaschutz muss zur Priorität von jeglichem politischen Handeln werden, global wie lokal.“ Auf Donald Trumps Entscheidung habe man leider keinen Einfluss – aber man wolle zumindest „in unserer Heimat klimagerecht leben können“.

Die Umweltaktivisten sind in Freising stark vertreten: Erst im September legten Demonstranten den Autoverkehr in der Stadt lahm. Kurz darauf machten sie darauf aufmerksam, wie viel Plastikmüll in kurzer Zeit entsteht: Sie legten ein Meer an gelben Säcken auf dem Marienplatz aus. Die Aktivisten stoßen auch auf Kritik:So gehen sie mit Beschimpfungen im Internet um.

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