Menschen in der Kirche.
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Die Besucherzahl war wegen der Corona-Vorschriften begrenzt, als am Sonntag in der Christi-Himmelfahrtskirche jenen Menschen gedacht wurde, die bei der Bombardierung der Freisinger Bahnhofsgegend 1945 ums Leben kamen.

Erinnerung an die Opfer der Bombardierung im April 1945

Friedensandacht in Freising: „Krieg und Gewalt sind keine Abenteuer“

Es war ein verheerender Bombenanschlag, der Freising am 18. April 1945 traf. Jetzt wurde den mehr als 200 Opfern gedacht.

Freising - Der Opfer der Bombardierung Freisings am 18. April 1945 wurde am Sonntag in der Christi-Himmelfahrtskirche gedacht. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Bahnhofsgegend und die dort angesiedelte Industrie von der englischen Luftflotte angegriffen worden. Über 200 Menschen verloren ihr Leben. Ihnen galt die Friedensandacht, zu der die evangelisch-lutherische Pfarrei eingeladen hatte.Zur Erinnerung und Mahnung ertönten um 14.53 Uhr die Glocken – genau jenem Zeitpunkt, an dem die Bomben abgeworfen worden waren. „Krieg zerreißt Völker und Nationen, Krieg spaltet Menschen. Was sie verbindet, ist Leid.“ Das betonte Dekan Christian Weigl. Man gedenke der Toten, nicht „um irgendeinen Unsinn von Ruhm, Ehre, Vaterland und Heldentod“ zu hören. Man denke an diejenigen, die geweint haben. Auch Jesus habe geweint. Weigl zitierte eine entsprechende Stelle aus dem Lukasevangelium. Anlass der Gedenkstunde sei es, zu erkennen, was dem Frieden diene. Denjenigen gegenüber sei man in der Verantwortung, die nicht mehr vom Grauen des Krieges erzählen könnten.

Üble Hetze im Internet

Eine Art Selbstermächtigung über die Demokratie, die man nach Belieben beugen oder brechen könne, erteilten sich derzeit immer mehr Gruppen via Internet. „Da wird mir übel, wie selbstverständlich mittlerweile im Internet gehetzt wird.“ Könne die junge Generation wirklich differenzieren zwischen dem, was wie ein gefährliches Abenteuer abgehandelt werde und dem tatsächlichen Schrecken von Krieg? Krieg und Gewalt seien keine Abenteuer.

Die Friedensandacht helfe, „wach zu bleiben“. Aus Respekt vor denen, deren Leid anrühre – und aus Achtung und Liebe zu unseren Kindern und Enkelkindern habe man sich versammelt. „Vielleicht wären die Freisinger Toten vom 18. April 1945 gerührt über die Gedenkminute, die wir ihnen 76 Jahre später zukommen lassen.“ Die Lehre laute: „Nie wieder Krieg.“ Corona-bedingt durften nicht mehr als 50 Gläubige anwesend sein.

mam

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