Arbeitsamt
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Weniger Arbeitslose prägen die Freisinger Arbeitsmarktstatistik vom April.

Quote aber noch weit von Vorkrisen-Werten entfernt

Frühlingslüfterl auf dem Freisinger Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote sinkt auf 2,7 Prozent

Die Arbeitslosenquote im Kreis Freising sinkt - ein konjunkturelles Frühlingslüfterl. Doch vom Vorkrisen-Niveau sind die Zahlen noch weit entfernt.

Freising - Der Frühling hat in der Region Einzug gehalten, mit positiven Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit: Diese war im April 2021 in allen vier Landkreisen des Bezirks der Agentur für Arbeit Freising rückläufig. So zählten die Agenturen für Arbeit in Freising, Erding, Dachau und Ebersberg insgesamt 10 091 Arbeitslose, 608 Frauen und Männer weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 2,9 Prozent im März 2021 auf ein aktuelles Niveau von 2,7 Prozent – auch im Landkreis Freising. Die Zahl der Arbeitslosen reduzierte sich im Landkreis im April 2021 im Vergleich zum Vormonat um 130 Frauen und Männer auf insgesamt 3264 Personen.

Vor allem die Männer profitieren vom Ende der Winterpause

„Auf unserem Arbeitsmarkt machte sich in den letzten Wochen die für diese Jahreszeit typische saisonale Entlastung bemerkbar: Nach der Winterpause konnte in den Außenberufen die Arbeit wiederaufgenommen werden“, erläutert Katja Kürmaier, stellvertretende Chefin der Agentur für Arbeit Freising. „Vom Frühjahrsaufschwung profitierten entsprechend vor allem Männer, da diese verstärkt im Baugewerbe, Dachdeckerhandwerk, Garten- und Landschaftsbau etc. tätig sind und nun an ihre Arbeitsplätze zurückkehren konnten.“

Insgesamt lag die Zahl der Arbeitslosen im April 2021 insgesamt aber weiter deutlich über dem Niveau der Vorkrisenjahre. Im April 2019 etwa – im Jahr vor der Corona-Krise – errechnete sich für den Agenturbezirk eine Quote von 1,8 Prozent.

Kurzarbeit

Die Kurzarbeit stützt weiterhin den Arbeitsmarkt: In den Monaten März 2020 bis April 2021 stellten rund 8300 regionale Betriebe für rund 112 000 Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit vorsorglich Anzeigen auf Kurzarbeitergeld. Die Auswertungen zur realisierten Kurzarbeit zeigen: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde in den vier Landkreisen in 1918 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 16 310 Männer und Frauen. Einen Höchststand erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im April 2020. Damals wurde in 4063 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet (47 344 Mitarbeiter). Die aktuellsten vorliegenden Zahlen stammen aus dem Dezember 2020: Zum Jahresende wurde in 2564 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet (30 057 Beschäftigte).

Zu Beginn der Pandemie, im März 2020, wurde im Landkreis Freising in 564 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet (5410 Männer und Frauen). Einen vorläufigen Höchststand erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im Mai (1079 Betriebe, 17 866 Beschäftigte). Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem November: Da wurde in 699 Betrieben kurzgearbeitet (13 001 Mitarbeiter).

Offene Stellen

Die Unternehmen der Region informierten die Arbeitsvermittler im April 2021 über 942 zu besetzende Arbeitsstellen. Damit befanden sich zuletzt 4042 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit. Das produzierende Gewerbe suchte Mitarbeiter für 927 Arbeitsstellen. Im Berufssegment Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit waren 891 Stellen vakant. Im Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung wurde im April 2021 Personal für 618 Stellen nachgefragt. Ein genauer Blick auf die Zahlen verrät, dass die Betriebe vor allem qualifizierte Arbeitskräfte suchen: 3271 der gemeldeten Arbeitsangebote richten sich an Fachkräfte, lediglich 771 der offenen Stellen sind Angebote für Helfer. „Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist aktuell hoch und wir gehen davon aus, dass diese – auch im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung – weiter zunehmen wird“, betont Katja Kürmaier. Daher hilft die Arbeitsagentur Betrieben nicht nur bei der Suche nach geeigneten Bewerbern, sondern berät auch zu Qualifizierungen und unterstützt mit Förderangeboten: „Die Weiterbildung von Beschäftigten im Unternehmen, Teilzeitausbildung oder auch die Ausbildung junger Erwachsener – die Bandbreite der Qualifizierungsmöglichkeiten ist groß“, so Kürmaier. Ausführliche Infos zum Beratungsangebot und zu den Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit erhalten Unternehmen bei ihrem Arbeitgeber-Service unter der gebührenfreien Service-Rufnummer (08 00) 4 55 55 20.

Ausbildungsmarkt

Seit dem Beginn des Berufsberatungsjahrs am 1. Oktober 2020 informierten die Unternehmen die Arbeitsvermittler über 2594 offene Aus-bildungsstellen in den vier Landkreisen. Davon waren im April 2021 noch 1502 Stellen vakant (Freising: 871). Im selben Zeitraum machten sich 2185 ausbildungsinteressierte Jugendliche mit Hilfe der Berufsberater auf die Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. 1087 junge Leute haben inzwischen eine konkrete schulische oder berufliche Perspektive. 1098 Jugendliche (Freising: 391) waren im April 2021 noch auf der Suche.

Noch beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben junge Leute, die sich zu Kaufleuten im Einzelhandel, Verkäufer/innen, Handelsfachwirt/innen, Lagerlogistik-Fachkräften, Speditions- und Logistikdienstleistungskaufleuten, Büromanagement-Kaufleuten, zahnmedizinischen Fachangestellten, medizinischen Fachangestellten, Energie- und Gebäudetechnik-Elektroniker/innen oder Bankkaufleuten ausbilden lassen wollen. Im Handwerk sind auch Lehrstellen zu vergeben.  

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