Geschafft! Die strahlenden Absolventen des Josef-Hofmiller-Gymnasiums konnten gestern ihre Zeugnisse in Empfang nehmen.
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Geschafft! Die strahlenden Absolventen des Josef-Hofmiller-Gymnasiums konnten gestern ihre Zeugnisse in Empfang nehmen.

Abschlussfeier am Josef-Hofmiller-Gymnasium

Für Freisings JoHo-Abiturienten gab es eine Million Träume und ein „Schnief!“

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Lob vom Oberbürgermeister, von der Schulleiterin und vom Oberstufenkoordinator gab es am Freitag für die Absolventen des JoHo. Lob und noch viel mehr.

Freising - „Was geht ab? Die Schule wird euch abgehen.“ Da war sich Elternbeiratsvorsitzende Doreen Leithold sicher, als sich die JoHo-Abiturienten am Freitagmittag in der Turnhalle eingefunden hatten, um ihre Reifezeugnisse in Empfang zu nehmen. Am Ende der Schülerrede gab es sogar ein lautes „Schnief!“ in ein Taschentuch. Aber es kamen auch einige nicht ganz so rühmliche Ereignisse zur Sprache.
Es begann mit „A Million Dreams“ vom Lehrerchor – coronakonform als Videoeinspielung zu sehen und zu hören. Es folgte das Grußwort des Oberbürgermeisters: Tobias Eschenbacher gratulierte – zum Abitur und zur Feier: „Sie haben da was Tolles auf die Beine gestellt.“ Und so schwer die Umstände wegen der Pandemie auch gewesen sein mögen, die Zeit habe wohl auch einiges gelehrt: Selbstständig arbeiten, solidarisch sein, kompromissbereit sein – „ein besonderer Jahrgang“ eben. Und während der virtuelle Austausch am Anfang vielleicht noch „ganz nett“ gewesen sei, habe man auf Dauer wohl erlebt, dass Treffen live doch schöner seien. „Sie haben eine Million Träume zur Auswahl. Suchen Sie sich einen aus!“

Leitholds Motto für ihre Rede: „Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein.“ Nach Monaten im Ausnahmezustand und nach einem „schrägen Abi“ habe der Jahrgang 2021 jetzt alle Möglichkeiten. Leithold erinnerte daran, dass „Leben im Leben stattfindet“. Nun liege es an der Jugend, wie sie ihre Zukunft gestalten wolle, wie wichtig ihr Klima, Natur, Werte oder auch Demokratie seien.

Mit Jubel begrüßt wurde Oberstufenkoordinator Henning Arndt: Der war stolz, weil zu dieser Versammlung keiner mit Kappe auf dem Kopf und alle pünktlich erschienen seien. Manche, so erzählte Arndt launig, hätten es „locker angehen lassen“, andere hätten bei „nur“ 13 Punkten ihr Abitur davonschwimmen sehen. Und Corona? Ein Drittel habe sich „im System versteckt“, ein Drittel sei gut zurechtgekommen, ein Drittel habe davon sogar profitiert. Und dann sprach Arndt jene Fahrt nach Berlin an, von der ein Video über nächtliche Aktivitäten den Lehrern und der Schulleitung zugespielt worden sei. Die Folge: 40 Schülerinnen und Schülern wurde die Teilnahme an der Studienfahrt im Jahr darauf untersagt. Glück im Unglück – und Arndt konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Dann kam Corona und die Studienfahrt wurde ganz gestrichen.“

Genau jene Berlin-Fahrt thematisierte auch Gabriel Fakir in der Abiturrede – aber nur kurz. Schließlich gab es da ja auch noch jenes Treffen von Oberstufen-Schülern auf dem Skaterplatz, das von der Polizei aufgelöst wurde – jede Menge „Strafzettel“ inklusive. Und schon war auch Fakir bei Corona: Erleichtert worden sei einem die schwere Zeit durch „spannende Lektüren“ wie Goethes „Faust“, spottete er. Manchmal habe der virtuelle Unterricht wegen technischer Probleme erst fünf Minuten vor Unterrichtsende begonnen. Manche hätten auch „Nickerchen“ gemacht – offiziell also ein kaputtes Mikrofon beklagt. Und dann der Abi-streich 2021 – abgesagt und untersagt. Trotzdem am Ende ein „Schnief!“ – vor allem wegen der Oberstufenkoordinatoren. Nach der Rede von Schulleiterin Susanna Räde mit manch gutem Ratschlag gab es endlich die ersehnten Zeugnisse. Und ganz am Ende wieder ein Song mit symbolischem Titel: „Welcome to the Jungle“ von Guns n’Roses, gespielt von der Abiband.

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