Das Bild zeigt den Freisinger FW-Ortsvorsitzenden Robert Weller am Rednerpult.
+
Blickte im Grünen Hof auf 2020 und 2021 zurück: FW-Ortsvorsitzender Robert Weller. Er wird nächstes Jahr bei den Neuwahlen nicht mehr antreten.

Versammlung mit Seitenhieben

Freie Wähler Freising sind optimistisch: Einzug in den Bundestag ist zu schaffen

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
    schließen

Die Freien Wähler in der Stadt Freising sind optimistisch, den Einzug in den Bundestag zu schaffen. Und sie sparen nicht mit Seitenhieben.

Freising – Etwas über drei Wochen sind es noch bis zur Bundestagswahl. Dass CSU (und inzwischen auch die AfD) behaupteten, Stimmen für die FW seien „verlorene Stimmen“, das zeige laut dem FW-Ortsvorsitzenden Robert Weller, dass „die die Hosen gestrichen voll haben“. Weller, der seit zehn Jahren Ortsvorsitzender der FW ist und im Januar bei den Neuwahlen nicht mehr antreten wird, blickt am Mittwoch im Grünen Hof auf 2020 und 2021 zurück: Mit 11,9 Prozent der Stimmen und abermals fünf Sitzen im Stadtrat („Einer mehr hätte uns gut getan“) habe man im März 2020 ein ordentliches Ergebnis eingefahren und dazu beigetragen, den Stuhl des Landrats wieder für die FW zu erobern. Seitdem aber herrsche, was Veranstaltungen anbetreffe, corona-bedingt Funkstille, schloss Weller seinen Bericht zur Vereinsarbeit. Die Mitgliederzahl betrage 91, sei seit Jahren leicht rückläufig (immerhin zählte man 2014/2015 noch 120 Mitglieder), was laut Weller vor allem an dem hohen Altersdurchschnitt der FW liege.

Die Bilanz

Was freilich weitergelaufen sei, sei die politische Arbeit in der fünfköpfigen Stadtratsfraktion. So habe man diverse Anträge formuliert und eingebracht. Da sei der Antrag zum Verbot von Schottergärten, um so Lebensraum für Insekten und Kleintiere zu schaffen und das Mikroklima zu begünstigen; da gab es den Antrag auf Aufstellung von Notrufsäulen an Badeseen, die möglicherweise sogar gefördert würden; da sei der Antragauf Wiedereinführung von Katastrophenschutzsirenen. Und da sei der Antrag auf Überprüfung des geplanten Knotenpunkts an der FS44/FS45. Denn der vorgesehene Turbokreisel sei laut Weller „völliger Quatsch“, eine höhenfreie Kreuzung mit Überführungen und Fahrbahnen für jede Richtung sei da viel sinnvoller und benötige wesentlich weniger Platz.

Die Rede

Bevor Sofian Achour einen Kassenstand zum 31. August 2020 in Höhe von rund 9000 Euro verkünden konnte – und das, nachdem man rund 25 000 Euro für den Kommunalwahlkampf ausgegeben habe – und außerdem den jetzigen Kassenstand von über 10 000 Euro darlegte, durfte der „Ehrengast“ reden: Karl Ecker, Direktkandidat der FW im Wahlkreis 214, stellte sich und einige Schwerpunkte seines Wahlprogramms vor. „Falls es mit Berlin klappen sollte“, so Ecker, werde er trotzdem Ansprechpartner vor Ort sein. Damit es aber „mit Berlin klappt“, dürften die Wähler nicht auf die Behauptungen von CSU und AfD hereinfallen, dass am 26. September eine Stimme für die FW eine verlorene sei. Zum einen habe man immer noch gute Chancen, deutschlandweit die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken, zum anderen würden drei Direktmandate in Deutschland genügen, damit die FW in den Bundestag einziehen.

Das Resümee

Dass er selbst in einem Wahlkreis mit drei FW-Landräten und einem Landkreis Freising mit 15 FW-Bürgermeistern gute Chancen habe, verhehlte er nicht. „Ihre Stimme ist bei mir gut aufgehoben“, so Ecker an das Wahlvolk. Weller träumte sogar schon von einer schwarz-gelb-orangen Koalition in Berlin, in der Ecker eine wichtige Rolle spielen würde. Für Karl Ecker war jedenfalls klar: „Jetzt geht es um die Wurst.“

Freising-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Freising-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Freising – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare