Man sieht die beiden Freisinger Studenten der LMU und TU: Mats Thede und Nicolas Jahnke mit den  „Mr. Seltzy“-Dosen in der Hand
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Zwei 28-jährige Freisinger Studenten der LMU und TU haben es geschafft, in ihrer Studentenbude ein ganz besonderes Getränk zu kreieren: Mats Thede (l.) und Nicolas Jahnke entwickelten „Mr. Seltzy.

Drei Geschmacksrichtungen

Ganz schön spritzige Herren: Freisinger Studenten präsentieren gehaltvollen Sprudel „Mr. Seltzy“

Zwei Freisinger Studenten der LMU und TU haben es geschafft, ein Getränk zu kreieren, mit dem möglicherweise bald in ganz Deutschland gefeiert werden könnte.

Freising - So recht glauben kann es Mats Thede eigentlich immer noch nicht: Ihr alkoholisches Sprudelwasser mit Fruchtgeschmack, das in der Domstadt das Licht der Welt erblickt hat, startet gerade richtig durch. Dabei ist vor allem die Entstehungsgeschichte des beschwipsten Wassers „Mr. Seltzy“ in der Rückschau abenteuerlich: Der BWL-Absolvent hat aufgrund der Covid-Pandemie seinen Job in Malaysia verloren, nur deshalb ging die Reise zurück zu seinem langjährigen Freund Nicolas Jahnke nach Freising. Dieser experimentierte als Lebensmittel- und Biotechnologie-Student gerade an innovativen Getränken herum.

Die Idee

Ihre gemeinsame Idee, es mit Hard Selzer zu versuchen, war naheliegend, denn um dieses Sprudelwasser entwickelt sich in Amerika schon seit einiger Zeit ein Hype. Warum? Thede erklärt es so: Hard Selzer wird von Männern wie auch Frauen gleichermaßen gern als trendiges Mischgetränk für die heißen Tage getrunken – es ist erfrischend und zugleich ohne hohen Alkohol-Anteil. In Deutschland allerdings gibt es momentan nur sehr wenige Anbieter, denn der Trend sei erst vor Kurzem herüber geschwappt. Für die beiden Freunde war es also der perfekte Zeitpunkt, sich an einem eigenen, europäischen Hard Selzer zu versuchen. Denn eines mochten die beiden an der amerikanischen Variante eigentlich gar nicht: In Amerika wird dazu Zucker vergärt, das Getränk wird deshalb weitgehend als Bier-Variante verkauft. Die Studenten hingegen wollten es leichter munden lassen – deshalb setzten sie auf Wein.

Die Entwicklung

Freilich, die ersten Versuche in dem kleinen Freisinger Studentenzimmer waren von zahlreichen Fehlschlägen begleitet gewesen, bis dann endlich der Geschmack und der Verve stimmten. Dafür haben sie natürlich auch die wenigen Hard Selzer, die es in Deutschland bereits gibt, durchprobiert. Das Ergebnis dieser Feldstudie war aber eher ernüchternd. „Da findet man die wildesten Sachen, die aber überhaupt nicht schmecken“, erzählt Thede.

Zügig wurden sie mit ihrem prickelnden Trendsetter in das Drink Innovation Campus-Programm der Hochschule München aufgenommen, wonach auch schon bald ein Investor aus Hamburg bei den beiden Freunden anklopfte. Dass sie mit ihrem Sommergetränk durchaus eine gute Nase bewiesen haben, zeigt unter anderem auch das Bemühen der Coca-Cola-Kompanie, die sich aktuell mit einem eigenen Hard Selzer auf den Markt etablieren möchte.

Aber kein Produkt wird so schmecken wie Mr. Seltzy, dessen ist sich Thede sicher. Aber wie kam es überhaupt zum Logo auf der Freisinger Getränke-Erfindung? Eine Krake, so Thede, sei ein schlaues und abenteuerlustiges Tier, das mit neun Gehirnen immer einen klaren Kopf behalte und dennoch immer für einen Spaß zu haben sei. Und das sei auch mit Sprudelwasser möglich, weil es halt wenig Alkohol habe – um genau zu sein: fünf Prozent.

Der Geschmack

Drei Geschmacksrichtungen gibt es aktuell von Mr. Seltzy: Apfel, Mango und Limette – aber es seien bereits einige weitere in der Pipeline. Was Thede auch wichtig ist: Pro 100 ml enthält das Hard Selzer nur 30 kcal - es ist also auch ein Getränk für die schlanke Linie. Drei Prozent des Umsatzes wollen Thede und Jahnke für internationale Trinkwasserprojekte spenden, außerdem setzt Mr. Seltzy auf klimaneutrale Produktionen.

Richard Lorenz

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