Eine Ausstellung im Zeichen der Gitterstäbe: Moritz Geidel, Lena Reinhart, Anna Frimberger, Isabelle Mansouri, Arabella Mühl, Carina Rattenstetter, Isabella Hofmeister, Seminarleiter Andreas Decker und Ariane Schumacher (v. l.) vom Camerloher-Gymnasium haben sich über die Geschichte des Alten Gefängnisses im 20. Jahrhundert hergemacht. Foto: Gleixner

Gefängnis-Historie im historischen Gefängnis

Freising - Viel ist über das Alte Gefängnis in Freising zur Zeit der Hexenbubenprozesse geschrieben worden. Jetzt haben sich 14 engagierte Schüler des Freisinger Camerloher-Gymnasiums über die Geschichte des Gebäudes im 20. Jahrhundert hergemacht.

Die Resultate ihres P-Seminars Geschichte sind noch bis Sonntag, 9. Februar, im Forschungsobjekt, also im Alten Gefängnis, zu sehen. Und es gibt viel zu entdecken.

Sie haben in Archiven gestöbert, Schriften gelesen und Quellen studiert. Sie haben mit Leuten geredet, haben auch Unterstützung durch die Stadt, den Stadtarchivar oder den Förderverein Altes Gefängnis erfahren. Und es hat sich gelohnt. Am Montag präsentierten die 14 Gymnasiasten mit ihrem Seminarleiter Andreas Decker unter dem Titel „Vom Knast zum Kulturhaus“ anlässlich des 300-jährigen Bestehens der alten Fronfeste die Früchte ihrer Arbeit in einer Ausstellung. Auf großen Fahnen sind viele, viele Texte gedruckt, die sich allesamt mit Ereignissen, mit Prozessen oder mit Personen auseinandersetzen, die im 20. Jahrhundert für das Gefängnis von Bedeutung waren. Da reicht die Palette von der Beschreibung der Haftbedingungen über Richter, Rechtsanwälte und Pfarrer Korbinian Aigner bis hin zu „lustigen Fällen“ sowie Prozessen im Zweiten Weltkrieg. Und auch von mehr oder minder spektakulären Ausbrüchen kann man dort lesen. Oder auch die spannende Geschichte, wie es nach der Schließung 1965 mit dem Denkmal weiterging, bis es zum heutigen „Kulturhaus“ wurde.

Doch nicht alles in dieser Ausstellung ist ernst und ernsthaft historisch: Ein kurzer Film, den die Schüler mit sich als Darsteller selbst gedreht haben, repräsentiert die lockere und humorige Seite der Werkschau.

Viel Lob hörten die Schüler bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag - und das nicht nur für die Häppchen und die leckere Kartoffelsuppe mit Würstchen, die man freilich nicht aus dem Blechnapf löffeln musste. Lob gab’s vor allem für die viele Mühe und die gute Präsentation der Gefängnis-Historie. Gernot Anders und Thomas Mücke vom Förderverein würdigten das Werk. Und auch OB Tobias Eschenbacher tat alles, damit die Schüler dafür gute Noten bekommen. Besonders freue ihn, dass sich die Gymnasiasten auf diese Weise mit der Geschichte der Stadt auseinandergesetzt hätten: „So etwas bringt einem die Heimat nahe“, war sich Eschenbacher sicher.

Und es bringt die Schule den Bürgern nahe, sagte Rektorin Andrea Bliese: „Schule geht in die Stadt.“ Und dort bleibt sie noch bis 9. Februar (jeweils freitags von 15 bis 19 Uhr und an den Wochenenden zwischen 11 und 19 Uhr).

Die 14 Schüler:

Anna Frimberger, Moritz Geidel, Sonja Hagl, Isabella Hofmeister, Susanna Huber, Simon Káposztás, Isabelle Mansouri, Konstantin Mathiesen, Arabella Mühl, Carina Rattenstetter, Lena Reinhart, Christoph Scheirich, Ariane Schumacher und Laura Weber. (zz)

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