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Hochschulen Weihenstephan und Mainz entwickeln Beratungstool für Überflutungsvorsorge

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Von: Wolfgang Schnetz

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Das Bild zeigt eine überflutete Straße samt Feuerwehrauto.
Infolge des Klimawandels nehmen Starkregenereignisse in Häufigkeit und Intensität zu. Die Überflutungssicherheit ist deshalb eine der zentralen Herausforderungen für die Siedlungsentwässerung. © Hochschule Mainz

Forscher der Hochschulen Weihenstephan-Triesdorf und Mainz haben die Plattform „Akut“ entwickelt: Sie soll helfen, Überflutungsschäden in Kommunen vorzubeugen.

Freising/Mainz – Im Verbundprojekt „Anreizsysteme für die kommunale Überflutungsvorsorge“ haben Forscher der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Hochschule Mainz (HS Mainz) zusammen mit Praxis- und kommunalen Partnern die Beratungsplattform „Akut“ entwickelt, die kommunale Mitarbeiter und Fachplaner dabei unterstützt, Überflutungsschäden in Kommunen vorzubeugen. Die Leitung des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderten Projekts lag bei Professorin Inka Kaufmann Alves von der HS Mainz, auf HSWT-Seite wurde es von Professor Clemens Thielen durchgeführt.

Der Ansatz

„Im Mittelpunkt steht der Ansatz, alle Akteure zusammenzubringen, Zielkonflikte zu überwinden und gemeinsam effiziente Gesamtlösungen zu generieren. Um das zu erreichen, setzt die Methode auf ein ortspezifisches Optimierungs- und Anreizsystem. Da das Programm mit standardisierten Datenformaten arbeitet, können Kommunen es an ihre bestehenden Softwarelösungen anbinden“, meldet die Pressestelle der HSWT.

Die Zusammenarbeit

Wegen des Klimawandels nehmen Starkregenereignisse, wie sie in diesem Sommer aufgetreten sind, in Häufigkeit und Intensität zu. Grundsätzlich können sie alle Regionen Deutschlands treffen. „Deshalb ist die Überflutungssicherheit eine der zentralen Herausforderungen für die Siedlungsentwässerung“, melden die beiden Hochschulen.

Bei „dieser komplexen Aufgabe“ müssten verschiedene kommunale und private Akteure, also zum Beispiel Bürger, Landwirte, die lokale Wirtschaft und Forstwirtschaft, interdisziplinär zusammenwirken. Für ein wirksames Vorsorgekonzept sei es erforderlich, Maßnahmen umzusetzen, die sowohl dem Einzelnen als auch der Allgemeinheit dienen. So ist es beispielsweise häufig so, dass Überflutungsschutzmaßnahmen auf Grundstücken von Privatleuten oder Unternehmen umgesetzt werden müssen. Wesentliche Voraussetzung für eine fruchtbare Zusammenarbeit ist ein Verständnis der Überflutungsvorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe, die nur im Kollektiv bewältigt werden kann. Derzeit fehle bei den einzelnen Akteuren „jedoch die Bereitschaft, sich einem optimierten Gesamtlösungsprozess unterzuordnen“. Hierbei mangle es laut Experten „häufig an entsprechenden Anreizen“.

Optimierte Strategien

Diesem Problem begegnet das Beratungstool „Akut“’. Es unterstützt Kommunen dabei, geeignete Vorkehrungen zu identifizieren und erleichtert so der lokalen Politik die Entscheidung über umzusetzende Maßnahmen. „Akut“ berücksichtigt dabei explizit das notwendige Zusammenwirken der verschiedenen Akteure.

Nutzerfreundlich

Das Programm (Tool) kann nach kurzer Einarbeitung auch ohne IT-Fachwissen genutzt werden. Anwender zeichnen zunächst an möglichen Standorten Überflutungsschutzmaßnahmen zur Rückhaltung, beispielsweise Becken, Mulden, Flächen, oder Ableitungen – etwa Rinnen, Gräben oder Böschungen – auf einer interaktiven Karte ein. „Akut“ bestimmt anschließend mittels eines mathematischen Modells eine optimale Auswahl aus diesen möglichen Maßnahmen. Dabei stellt es verschiedene Zusammenhänge dar, etwa die akteursbezogene Gefährdungslage und das zu erwartende Schadensausmaß, die Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der Vorsorgemaßnahmen sowie die erforderlichen individuellen Anreize.

So ermittelt das Tool unter Berücksichtigung der ortspezifischen Gegebenheiten der Kommune und der Beteiligungsbereitschaft der verschiedenen Akteure eine optimale Handlungsstrategie. Diese beinhaltet eine Kombination baulicher Maßnahmen inklusive der zugehörigen Kosten und erforderlichen Anreize. Kartendarstellungen vor und nach der Optimierung veranschaulichen die zu erwartende Wirkung auf die Gefährdungslage.  

Gut zu wissen

Das Beratungstool „Akut“ steht interessierten Kommunen und Fachplanern zur Verfügung (akut.hs-mainz.de). Anfragen nimmt das Team unter info-akut@hs-mainz.de entgegen.

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