Gesundheitsamts-Chef zum Zerkarienbefall am Pullinger See II

Unangenehm, aber nicht gefährlich

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Bis auf weiteres stehenbleiben werden die Warnschilder im Zusammenhang mit dem Zerkarienunfall im südlichen Pullinger See nahe Achering. So lange es weiterhin so warm ist, werden sich auch die Zerkarienlarven prächtig entwickeln – ganz im Gegensatz zur Zahl der Badegäste. Die ging rapide nach unten.

Freising – „Bei uns am See war es am Sonntag wie ausgestorben“, ärgert sich Sandro Wein, der Betreiber des Kiosk am „alten“ Pullinger See-Bereich im Norden der Anlage. Und Wein ist doppelt sauer, denn: „Unser Bereich ist ja gar nicht betroffen.“ Die Zerkarien-Larven haben nur den südlichen Teil der Anlage, also den See nahe Achering, heimgesucht.“ Wein hofft jetzt, dass der Spuk, der ihm nur „Einbußen bringt“, möglichst bald zu Ende geht.

Die Warnschilder werden wohl noch einige Tage am Pullinger See II stehenbleiben.

Seit Freitag warnen die Schilder der Stadt Freising vor dem Larvenbefall im Pullinger Badesee nahe Achering. Die Meldung eines Badegastes hatte die Stadt und dann das Gesundheitsamt auf den Plan gerufen: Die Diagnose eines Hautarztes gab den Hinweis auf einen Zerkarienhautausschlag. Wasserproben bestätigten schließlich noch vor dem Wochenende den Befall mit den lästigen Larven. „Die Zerkarien brauchen Wärme zu ihrer Entwicklung“ erklärte gestern auf Anfrage der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts am Landratsamt Freising, Dr. Lorenz Weigl: „Und sie kommen vor allem im Flachwasser an den Uferbereichen vor“, ergänzt er. Denn dort sei es warm genug. Und dort leben auch kleine Wasserschnecken. Sie werden von den kleinen Larven, die sich aus Wasservogelkot entwickeln, befallen, dienen also als sogenannte „Zwischenwirte“. Danach nisten sich die Larven dann wiederum in Wasservögeln ein.

Doch diesen Kreislauf kann ein „Fehlwirt“ unterbrechen: der Mensch. Denn die Larven bohren sich schon mal irrtümlich in die Haut von Badegästen – was sie im Falle des Pullinger Sees getan haben: „Dort passt anscheinend alles zusammen: Enten, Schnecken, Flachwasser und Hitze“, zählt Dr. Weigl auf: „Ich rate jedem, der trotzdem im See badet, seine Badekleidung zu wechseln und sich danach ordentlich mit einem Handtuch abzureiben.“ Damit könne unter Umständen der lästige Ausschlag vermieden werden. Dieser Rat sei allerdings ohne Gewähr. Trotzdem betont er: „Ein Befall mit Zerkarien ist nicht gefährlich, sondern nur unangenehm.“

Er selbst wisse derzeit von keinem anderen Fall im Landkreis. „Jedenfalls wurde unserem Amt nichts gemeldet.“ Denn auf Meldungen aus der Bevölkerung sei das Amt angewiesen. „Wir können erst tätig werden, wenn uns Infos erreichen.“ Ist das – wie im Falle des Pullinger Sees – der Fall, dann beraten die Hygienekontrolleure die Anrufer und machen sich gegebenenfalls vor Ort selbst ein Bild. Danach wird analysiert und die jeweilige Gemeinde informiert.

Die Hinweistafeln am Pullinger See wurden vom Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Freising aufgestellt. Und sie werden auch noch einige Zeit stehenbleiben, hieß es gestern: „So lange es keine anderen Informationen aus dem Landratsamt gibt, wird weiter auf die möglichen unangenehmen Folgen für die Badegäste hingewiesen“, hieß es von der Verwaltung.

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