Beim Public Viewing mitfiebern: Das wollen viele Arbeitnehmer im Landkreis. Aber das Spiel gegen Südkorea am Mittwoch um 16 Uhr stellt sie vor eine Herausforderung.
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Beim Public Viewing mitfiebern: Das wollen viele Arbeitnehmer im Landkreis. Aber das Spiel gegen Südkorea am Mittwoch um 16 Uhr stellt sie vor eine Herausforderung.

Nachgefragt bei den Unternehmen

Gibt’s zur WM fußballfrei? Das sagen die Chefs im Landkreis Freising

  • Anna Schwarz
    VonAnna Schwarz
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Mitten am Nachmittag, um 16 Uhr, beginnt am Mittwoch das Spiel Deutschland gegen Südkorea. Einige Arbeitnehmer im Landkreis stellt das vor ein Problem.

Landkreis – 27 Millionen Fußball-Fans haben am vergangenen Samstagabend beim WM-Spiel Deutschland gegen Schweden vorm Fernsehen mitgefiebert – ob es am kommenden Mittwoch genau so viele sein werden? Wohl nicht. Denn Arbeitnehmer müssen sich fragen: Kann ich früher von der Arbeit gehen? Oder verpasse ich das Spiel, weil ich dort noch etwas erledigen muss? Das FT hat sich umgehört, ob in den Firmen die Schlusssirene früher erklingt, damit die Mitarbeiter beim Anpfiff daheim vorm Fernseher sitzen können.

Autohaus-Filialleiter bleibt eisern

Der Filialleiter vom BMW-Autohaus Spaett in Freising, Stephan Eisenhofer, bleibt indes eisern: „Ich kann doch wegen des Spiels nicht meinen Betrieb schließen“ sagt er. „Die spielen doch auch, wenn wir nicht zuschauen.“ Ein Hoffnungsschimmer für die Mitarbeiter: „Wir suchen nach einer Möglichkeit, dass sie das Spiel zumindest hören und vielleicht auch sehen können.“

Fußball-Leinwand in der Kantine für 1200 Mitarbeiter aus 60 Nationen

Beim Chiphersteller Texas Instruments in Freising ist die Leinwand in der Kantine schon aufgebaut. Wer dort arbeitet, darf das Spiel zwar nicht mit seinen Lieben daheim schauen, sagt Pressesprecherin Andrea Hauptfleisch: „Da sind die Mitarbeiter nicht freigestellt“, aber: „Alle WM-Spiele werden in der Kantine live übertragen.“ 

Bei 1200 Mitarbeitern aus 60 verschiedenen Nationalitäten sei die Leinwand quasi in Dauerbetrieb: „Wir vertrauen da unseren Mitarbeitern, dass sie ihre Arbeit für das Spiel unterbrechen und dann zum Beispiel länger bleiben.“

Rathaus-Mitarbeiter müssen auf Nicht-Fußballfans hoffen

In der Freisinger Stadtverwaltung müssen sich die über 800 Mitarbeiter absprechen und auf Nicht-Fußballfans in ihrer Abteilung hoffen. Die Rathausmitarbeiter haben Gleitzeit, bis um 15 Uhr müssen alle bleiben, aber Pressesprecherin Christl Steinhart sagt: „Große Fußballfans können sich dann verabschieden.“ 

Doch am Mittwoch sei das Deutschland-Spiel kein Problem, denn da ist kein Parteiverkehr am Nachmittag, so wie etwa am Donnerstag: „Es ist nur wichtig, dass die Abteilungen noch telefonisch erreichbar sind.“ Konkret heißt das: Nicht alle Rathausmitarbeiter dürfen zum Deutschlandspiel Dienstschluss machen , sagt Steinhart: „Die Arbeit hat Vorrang.“

Im Freisinger Landratsamt sieht’s ähnlich aus: Die Mitarbeiter haben Gleitzeit. Außerdem schließen die Kfz-Zulassungsbehörde und die zentrale Information mittwochs generell bereits um 14 Uhr. Nur das Gesundheitsamt hat mittwochs bis 16 Uhr geöffnet: „Zwar kann es sein, dass am Mittwoch nicht alle Abteilungen im Gesundheitsamt bis 16 Uhr besetzt sein werden“, teilt die Pressesprecherin des Landratsamts Eva Zimmerhof mit.

Doch es werde genügend Personal anwesend bleiben, damit auch bis 16 Uhr Anliegen vorgebracht werden können. Die Gesundheitsamt-Mitarbeiter, die danach noch zum Deutschlandspiel wollen, müssen wohl aufs Gas drücken – um zumindest bei der zweiten Halbzeit mit dabei zu sein.

Jungheinrich-Mitarbeiter in Moosburg hoffen auf den Chef

Beim Gabelstapler-Produzenten Jungheinrich in Moosburg müssen die etwa 1000 Mitarbeiter auf ihren Abteilungschef hoffen, sagt Frank Riedel, Konzernsprecher aus Hamburg: „Bei uns gibt es keine pauschale Regelung für das Deutschlandspiel“, sagt er. Kernarbeitszeit sei bis 15 Uhr: „Wer danach gehen will, muss das mit dem Chef der Abteilung absprechen.“

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