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Sie haben ihre Ehe vergoldet: (v. r.) Volker und Elfriede Uhl freuten sich sehr über die Glückwünsche von Bürgermeister Hans Hölzl.

Das Tagblatt gratuliert 

Goldene Hochzeit: „A fescher Feger is die Elfriede heid no“

50 Jahre sind Volker und Elfriede Uhl verheiratet - und wie sie sich kennengelernt haben, ist einzigartig. Eine Geschichte über 50 Jahre Liebe.

Freising – Weder hatte er sie einmal gesehen, noch mit ihr geredet Volker Uhl (74), als er der jungen Dame via Post zum Geburtstag gratulierte. Lediglich von seinem Vater hatte der spätere Installateur die Informationen über seine heutige Ehefrau. „Ich habe da eine kennengelernt, die wär’ was für dich“, hatte Vater Uhl seinem Sohn das Mädchen angepriesen. Der Tipp hat sich im wahrsten Sinne als „goldrichtig“ erwiesen: Denn heute feiern die beiden Goldenen Hochzeit. Die junge Krankenschwester Elfriede (73) hatte damals vor der Kirche ein Gespräch des Vaters mit angehört, in dem Senior Uhl gemosert hatte: „Um den Muttertag werd immer so a Gschiss gmacht und am Vatertag bekommt man nichtmal nen Pfennig.“ Daraufhin habe Elfriede beherzt ihre Geldbörse gezückt und dem Schimpfenden kess eine Kupfermünze in den Hut gesteckt. Das war er: Der Moment, der alles ins Rollen brachte. „Mein Vater war von dieser Tat so begeistert, dass er vor mir geradezu von der tollen jungen Frau geschwärmt hat. Und damals dachte ich, was kann ich schon verlieren? Ich habe ihr einfach einen Brief zum Geburtstag geschickt.“

Gesagt, getan: Der Brief war abgeschickt und dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis es zum ersten Treffen kam. Im September 1964 verabredeten sich die beiden am Münchner Hauptbahnhof. „Von da aus sind wir dann spazieren gegangen und später in ein Café“, lässt Uhl die erste Begegnung Revue passieren. Drei Jahre später, 1967, steht das glückliche Paar dann in Freising vor dem Altar und das ist kein Wunder, denn die beiden verstehen sich auf Anhieb. Und: „Die Elfriede war hoid scho immer a fescher Feger, des is sie a heid no“, erinnert sich der Ehegatte lachend. Und auch nach dem Ja-Wort hält das Glück an: Das erste Kind ist unterwegs – Inge (49) – und bald folgen auch die Töchter Ellen (48) und Astrid (46). Auch heute noch leben die Ehepartner in Freising und sind neben ihren Töchtern inzwischen stolze Großeltern von drei Enkelkindern.

Beide engagieren sich bei den Rosenfreunden Freising und Volker seit 12 Jahren bei der Selbsthilfe. Nur eine Kleinigkeit gibt es, die sich die beiden nicht mehr erfüllen können – Campen. „Früher haben wir das oft gemacht, aber heute hindert mich meine Gesundheit daran, das Zelt nochmal aus dem Keller zu holen.“ Was den beiden aber immer erhalten bleibt, ist die tiefe Verbundenheit zueinander.

Das Hochzeitsgelübde erneuerten die beiden am Freitag in der Kirche St. Peter und Paul Neustift. Und wie könnte es praktischer sein: Der Pfarrer ist der Bruder der Gattin. Rund 50 Leute aus Familien- und nahem Bekanntenkreis durften den beiden dann zum Jubiläum gratulieren. Und nach der Kirche? „Da geht’s ins Wirtshaus. Weil nur vom Geistlichen ko ma ja a ned lebn.“ 

Mirjam Esser

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