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Gott segne dich! Großer Andrang herrschte am Samstag in der Krypta, als Kardinal Marx die Kinder segnete.

Korbiniansfest mit Erzbischof Reinhard Marx

„Gott ist in unserem Leben am Werk“

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Gegen den Missbrauch von Religionen hat sich Erzbischof Reinhard Marx beim Festgottesdienst zum Korbiniansfest am Samstag ausgesprochen. Der Kardinal forderte „einen Weg des Dialogs und Miteinanders mit anderen Religionen“.

Freising  Der Domberg war am Samstag das Zentrum des geistlichen Lebens in der Diözese. Aus der ganzen Diözese waren Gläubige in die Domstadt gepilgert, um das Patronatsfest des Bistumsgründers zu feiern. Neben der Lichterprozession zum Mariendom am Freitagabend, neben dem Fest der Begegnung in der Aula des Dom-Gymnasiums, neben der stimmungsvollen Korbiniansvesper mit der traditionellen Kindersegnung und Prozession war der Festgottesdienst mit dem Erzbischof einer der Höhepunkte. „Sagen Sie einmal langsam das Wort Gott“, forderte Marx die Besucher des Gottesdienstes zu Beginn seiner Predigt auf. Was spüre man? Wärme? Angst? Nichts? Auf jeden Fall gehöre „Gott“ zu den wichtigsten Worten der Sprache, das allerdings auch am häufigsten missbraucht werde. Und: „Keine menschliche Vorstellung kann Ihn erfassen. Er ist kein Teil der Welt“, so der Kardinal weiter.

Als eines der großen Ereignisse des 20. Jahrhunderts bezeichnete Marx das Friedenstreffen von Assissi im Jahr 1986. Das große Aber: Viele Menschen würden inzwischen die Religionen nicht als Lösung, sondern als das Problem selbst ansehen, hielten Religionen für „Hassverstärker“. Religionen politisch zu benutzen, sei wieder eine große Versuchung – und zwar in allen Religionen, wie Marx betonte.

Dem müssten aber gerade die Christen als gemeinsames Fundament entgegensetzen, dass „jeder Mensch ein Bild Gottes ist“. Es sei schon immer darum gegangen, die Religionen von Jesus Christus her neu in den Blick zu nehmen. So auch jetzt. Denn „von ihm her wissen wir, wie Gott verstanden wissen will“. Unter der Nennung des Themas „sexueller Missbrauch“ bekannte der Kardinal, dass auch in der Kirche der Missbrauch der Macht immer wieder vorkomme. „Das darf nicht sein!“, kommentierte Marx.

Kirche sei nicht das Reich Gottes, stellte der Erzbischof klar. „Aber sie ist das Werkzeug des Reiches Gottes.“ Die „befreiende Erkenntnis“, dass Gott in unserem Leben am Werk sei, fördere das Miteinander der verschiedenen Religionen. Zum Schluss seiner Predigt dankte Marx den Priestern, forderte aber auch alle Gläubigen auf, „Mit-Arbeiter und Zeugen im Reich Gottes“ zu sein. Denn: „Die Ernte ist groß, die Arbeiter sind wenige.“

Das Leitwort des Korbiniansfestes 2018 lautete: „Worauf baust du?“ Das sollte auch eine Anspielung auf die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Dombergs sein. Wenn die Pilger 2019 wiederkommen, wird es auf dem Mons doctus anders aussehen.  

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