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Noch leiden etliche Freisinger unter der Grippewelle. Das hat auch damit zu tun, dass der Impfstoff nicht optimal wirkt.

Immunsystem 

Grippe-Gipfel: Gesundheitsamt Freising meldet 435 Influenza-Fälle

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Die Grippe hat den Landkreis Freising nach wie vor im Griff. Doch Dr. Lorenz Weigl, Leiter des Gesundheitsamtes, hat auch gute Nachrichten.

Landkreis – Wie Dr. Lorenz Weigl, Leiter des Gesundheitsamtes, dem FT mitteilte, wurden der Behörde 435 Fälle von Influenza gemeldet. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das deutlich weniger. Damals hatten wir zum selben Zeitpunkt 708 Fälle von Influenza.“ Was sich zum Vorjahr noch unterscheidet: Handelte es sich 2018 bei 75 Prozent der Fälle um den Influenza-Typ B, ist nun der Typ A wieder einschlägig. „Auf dem Weg von der Südhalbkugel zu uns verändern sich die Viren“, erklärt Weigl. „Offenbar hat sich der Typ A so verändert, dass es wieder zu vermehrten Erkrankungen kommt.“

Viren überlisten Impfstoff immer wieder

Das Problem: Ein Serum deckt lediglich die variablen Regionen der Influenza-Viren ab. „Deshalb muss auch jedes Jahr aufs Neue geimpft werden – solange, bis ein Impfstoff möglich ist, der auf die konstanten Regionen anschlägt“, erläutert Weigl. „So ein Impfstoff wäre ein Segen, aber bisher ist die Entwicklung anscheinend nicht von Erfolg gekrönt.“ Dennoch bleibe die Impfung „der beste Schutz, den wir haben“.

Deshalb gilt es, neben der Vierfach-Impfung, die je zwei Variablen des A- und B-Typus abdeckt, weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Dazu zählt laut Weigl, sich regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen, größere Menschenmengen zu meiden, wenn es möglich ist und in die Ellenbeuge zu niesen, um Viren nicht über Händedruck weiterzureichen. „Wichtig ist es auch, ausreichend zu schlafen und sich gesund zu ernähren, mit vitaminreichem Obst und Gemüse.“

Dr. Lorenz Weigl möchte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Der Amtsleiter empfiehlt auch allen, in deren Familie die Grippe bereits wütet, auf den Weg in die Arbeit zu verzichten. „Man sollte sich nicht in die Arbeit zwingen – selbst dann nicht, wenn man nur leichte Beschwerden hat“, betont er. „Denn die Influenza kann bereits ansteckend sein, bevor Symptome auftreten.“

Eine gute Nachricht hat Weigl aber, die er mit aller gebotenen Vorsicht vermeldet: „Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber es sieht so aus, als könnten wir den Gipfel der Grippe-Saison überschritten haben.“

Nach den Viren kommen die Bakterien

Ein robustes Immunsystem ist aber nicht nur in den kalten Monaten nützlich, sondern auch im Sommer. Denn nach dem Leid ist vor dem Leid. Sobald die UV-Licht-empfindlichen Viren sich verabschiedet haben, biegen häufig verstärkt die bakteriellen Infektionskrankheiten um die Ecke. Hauptsächlich kommen sie in Form von Campylobacter und Salmonellen. „Das hängt viel mit dem Essen zusammen, das man eher im Sommer zu sich nimmt.“ Hackfleisch und Grillhähnchenfleisch, das noch nicht gar vom Grill runterkommt, Tiramisu, das aus rohen Eiern zubereitet wird, oder Mayonnaise-Salat, der ungekühlt lange steht – all das sind mögliche Bakterien-Überträger.

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