Die nächsten Wochen werden hart

Grippewelle schwappt durch den Landkreis Freising

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Landkreis - Noch grassiert die Influenza im Landkreis Freising. Doch auch wenn die Viren verflogen sind, hat das Immunsystem keine Verschnaufpause. Denn dann haben bakterielle Infektionskrankheiten Hochsaison.

Auch die nächsten Wochen werden hart. Die Influenza, die echte Grippe, dürfte noch bis Ende April für verschnupfte Nasen, Husten und Schüttelfrost sorgen. Das prognostiziert Dr. Lorenz Weigl, Leiter des Gesundheitsamtes Freising. Der Virus wird in winzigen Flüssigkeitströpfchen beim Husten und Niesen über die Luft oder über kontaminierte Hände übertragen. Anhand der Vergleichswerte zu den vorhergehenden Jahren kann Weigl recht genau vorhersagen, welchen Verlauf die Grippewelle nimmt, die derzeit durch den Landkreis schwappt. „Im März erreicht die Influenza regelmäßig ihren Höhepunkt“, berichtet er.

Ein Grund für das massive Auftreten des Virus in der kalten Jahreszeit könne unter anderem trockene Heizungsluft sein. „Das macht die Atemwege, etwa die Schleimhäute in der Nase, empfänglicher für die Influenza.“ Auch räumliche Enge helfe dem Virus bei seiner Ausbreitung. So sei es kein Wunder, dass die Grippe gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten, Krippe und Schulen vermehrt auftrete. Auch Magen-Darm-Infektionen durch Noro- und Rota-Viren verbreiten sich dort momentan, wie Weigl mitteilte. „Zudem haben wir Meldungen von Windpocken.“ Neben der räumlichen Enge haben Viren dort auch deshalb besonders gute Chancen, weil das Immunsystem von Kindern noch nicht so viele Infektionen durchgestanden hat wie das erwachsener Menschen.

Neben einer Impfung sei Basis-Hygiene der beste Schutz vor Ansteckung, betont der Abteilungsleiter. „Händewaschen hilft“, betont er. Zudem solle man nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge niesen. Das reduziere ebenfalls die Übertragung der Viren. Wer noch nicht angesteckt worden sei, könne der Empfänglichkeit für Erkältungserkrankungen mit sogenannten roborierenden Maßnahmen entgegenwirken. „Kneipp’sche Wechselgüsse und Saunagänge stärken nachweislich präventiv die Abwehrkräfte des Köpers.“

Ein robustes Immunsystem ist aber nicht nur in den kalten Monaten nützlich, sondern auch im Sommer. Denn kaum, dass sich die UV-Licht-empfindlichen Viren verabschiedet haben, biegen verstärkt die bakteriellen Infektionskrankheiten um die Ecke.

Hauptsächlich kommen sie in Form von Campylobacter und Salmonellen. „Das hängt viel mit dem Essen zusammen, dass man im Sommer zu sich nimmt.“ Hackfleisch und Grillhähnchenfleisch, , das noch nicht gar vom Grill runterkommt, Tiramisu, das aus rohen Eiern zubereitet wird, oder Mayonnaise-Salat, der ungekühlt lange steht – all das sind potenzielle Bakterien-Überträger.

Die häufigsten Infektionskrankheiten:

1. Influenza: 95 Meldungen im Landkreis Freising, 8061 in ganz Bayern

2. Campylobacter: 78/1024

3. Noro-Virus: 73/3172

4. Keuchhusten: 37/447

5. Salmonellen: 24/163

6. Rota-Virus: 23/290

Rubriklistenbild: © dpa

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