+
Einen kämpferischen Freisinger FW-Chef Robert Weller (r.) erlebten die Abgeordneten Benno Zierer und Eva Gottstein, die Gastrednerin aus Eichstätt.

Positionsbestimmung beim Fischessen

Die Breitseite der Freien Wähler auf die Grünen

  • schließen

Die Freien Wähler (FW) in Freising sind sauer. Stinksauer. Dementsprechend heftig fiel am Politischen Aschermittwoch der FW im Weißbräu Huber die Kritik aus.

Freising– Nach dem von den FW ausgehandelten Startbahn-Moratorium etwa habe es (auf Facebook) Kommentare der Freisinger Grünen gegeben, die eine „Grenze überschritten“ hätten, kritisierte Vorsitzender Robert Weller. „Wenn die Grünen so den Kommunalwahlkampf eröffnen wollen, dann bitte schön.“ Das sei „Hetze“ gewesen, schimpfte Weller, „reine Hetze“ – nicht zuletzt „von unserer zweiten Bürgermeisterin“. Er sei „schwer enttäuscht“ von einigen Stadtratskolleginnen. Was hier vor allem in den sozialen Medien zu lesen gewesen sei, sei „höchst bedenklich“, rief Weller unter dem Applaus der rund 50 Zuhörer im Weißbräu Huber.

„Traurig, aber auch sehr gefährlich“

Auch mit den Landtags-Grünen hatte der FW-Chef ein Hühnchen zu rupfen. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann etwa habe vor der Wahl ebenfalls von einem Fünf-Jahre-Moratorium gesprochen. Nach der Wahl habe man dann den FW genau dafür „Wahlbetrug“ vorgeworfen. Weller: „Da haben sich die Grünen bereits bei der Wahl eine Taktik überlegt, wie man mit den Freien Wählern umgeht, wenn sie in der Regierung sind“. Es sei „traurig“, aber auch „sehr gefährlich“, dass „ausgerechnet die Grünen die Startbahngegner in zwei Lager spalten wollen“. Weller: „Eine Startbahn verhindert man nur gemeinsam und geschlossen.“

Bei seinem Themen-Streifzug durch die Stadt Freising machte Weller „viele Baustellen“ aus.

Baumschutzverordnung: Damit ärgere man nur die Kleingärtner, während die „Großen machen können, was sie wollen“. Etwa die Katholische Kirche, die aus architektonischen Gründen „störendes Grün“ entfernen dürfe, um Gebäude besser ins Szene zu setzen“.

Fresch: „Wer bitte ist auf die Idee mit dem 790-Euro-Ticket“ gekommen? fragte Weller. Er hoffe, dass die Stadt und die Stadtwerke hier „noch kräftig nachsteuern“.

Schlüter Hallen: Statt der ursprünglich geplanten hochwertigen Fassade habe man jetzt „einen schwarzen Plastikriegel, der plötzlich einen Meter zu hoch ist und eine Tiefgarage, die aus dem Boden herausschaut“. Da habe sich die Stadt Freising von der Firma Saller „an der Nase herumführen lassen“. Weller vermisste dort die Baukontrolle, die bei jedem Einfamilienhaus auf den Zentimeter genau nachmesse. Der FW-Chef: „Wieder einmal wird der Kleine geärgert, der Große kann machen, was er will“.

Nach Wellers Aschermittwoch-Predigt lieferte die Eichstätter FW-Abgeordnete Eva Gottstein als Gastrednerin einen Bericht ab – auch über die ersten Monate auf der Regierungsbank. Die Koalitionsverhandlungen seien gut gelaufen, sagte Gottstein. Schließlich habe man sich die drei Ministerien gesichert (Bildung, Wirtschaft, Umwelt), die die Zukunft eines Landes ausmachen. Und wie MdL Benno Zierer betonte auch Gottstein, dass das fünfjährige Startbahn-Moratorium „das Maximale“ gewesen sei, was man „rausholen“ hatte können. Die CSU habe halt bei der Wahl 30plus erreicht, die FW 10plus – da sei die völlige Gleichberechtigung schwierig – „wie bei jeder Ehe“, sagte Gottstein, die bald Goldene Hochzeit feiern kann. Aber: „Dass fünf Jahre nicht geplant wird, das ist doch ein Pflock“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gymnasium Neufahrn: OMG-Chef Vogl geht
Nach zehn Jahren an der Spitze des OMG wurde jetzt Franz Vogl (64) in Neufahrn in den Ruhestand verabschiedet.
Gymnasium Neufahrn: OMG-Chef Vogl geht
Mittelschule Hallbergmoos verabschiedet „zuverlässigen Jahrgang“
Die Mittelschule Hallbergmoos ist stolz auf ihre Neuntklässler: 29 der 38 Schüler haben den qualifizierten Abschluss erreicht. 
Mittelschule Hallbergmoos verabschiedet „zuverlässigen Jahrgang“
Allershausens Gemeinderat schaut, wo das Geld hingeflossen ist: Zum neuen Schuljahr ist alles tiptop
1,8 Millionen Euro hat die Gemeinde Allershausen in die Sanierung der Grund- und Mittelschule Allershausen investiert. Am Dienstag war der Gemeinderat eingeladen, „zu …
Allershausens Gemeinderat schaut, wo das Geld hingeflossen ist: Zum neuen Schuljahr ist alles tiptop
Freising: Millionenschweren Straßenausbau abgesegnet
Millionen fließen im Landkreis Freising in den Straßenbau in den nächsten Jahren. Was passiert wann und wo? Ein Überblick.
Freising: Millionenschweren Straßenausbau abgesegnet

Kommentare