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Ein wahrer Meister an der Orgel: Professor Edgar Krapp führte sein Zuhörer perfekt durch die Klangbilder.

Edgar Krapp spielt in St. Peter und Paul

Große Klänge vor Ohren geführt

Freising - Einen fantastischen Klangteppich breitete Professor Edgar Krapp (69) auf der Klais-Orgel in der Neustifter Pfarrkirche aus. Chorleiter Günther Lehrmann versprach nicht zu viel: Der weltweit geschätzte Organist begeisterte am Donnerstag mit seinem Spiel die zahlreichen Zuhörer in St. Peter und Paul.

Krapp schätzt die Neustifter Orgel, die er 1992 mit einem fulminanten Konzert quasi wiederbelebte. Und jetzt, nach intensiver Reinigung im Zuge der Kirchenrenovierung der vergangenen Jahre, spielte der Orgelvirtuose Werke von Clèrambault, Grünberger, Knecht, Walther und Bach.

Ehe sich der Meister auf die Empore begab, und dann für das Publikum während des gesamten Konzerts „unsichtbar“ blieb, erläuterte Edgar Krapp die Besonderheiten der Komponisten und deren Werke, die er für diesen Abend ausgesucht hatte. Mit Louis Nicolas Clèrambault (1676-1749) und dessen „Suite im II. Ton“ wurde schon deutlich, warum die Orgel als „Königin der Instrumente“ bezeichnet wird – vor allem im letzten Satz „Caprice sur les Grandis Jeux“.

Theodor Grünberger (1756-1820), zeitweise in Moosburg lebend, wurde von Krapp mit vier Sätzen aus der Orgelmesse Nr. 1 C-Dur gewürdigt. Und der Professor meinte es keinesfalls abwertend, als er Grünbergers Musik als „Gebrauchsmusik“ betitelte. „Das ist kein Bach“: Ein „Tongemälde für die Orgel“, von Justinus Heinrich Knecht (1752-1817) hochselbst als solches bezeichnet, stand mit der „Auferstehung Jesu“ auf dem Programmzettel.

Edgar Krapp führte die Zuhörer perfekt durch die Klangbilder. Man konnte „die schauerliche Stille des Grabes“, „das allmähliche Verschwinden der Morgendämmerung“ ebenso intensiv empfinden wie im Schlusssatz den „Triumphgesang der Engel“. Die Wandelbarkeit der Orgel wurde einem hier sprichwörtlich vor Ohren geführt. Eine Partita über den Choral „Jesu, meine Freude“ des Komponisten Johann Gottfried Walther (1648-1748), einem engen Freund von Bach, spielte Edgar Krapp im Anschluss, um schließlich bei einem „Hit“ der Orgelmusik anzukommen. Dem „Stück aller Stücke“, wie es Edgar Krapp ausdrückte: Toccata und Fuge d-Moll BWM 565 von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Dabei erkannte jeder im Kirchenschiff das Werk – auch wenn ihm vielleicht der Titel nicht gerade geläufig war. Aber der fulminante Auftakt und dann das wiederum sehr anmutige Orgelspiel machen dieses Bach-Toccata so unverwechselbar. Edgar Krapp wusste das Stück in Perfektion auf der Neustifter Orgel zu intonieren – der fulminante Schlussapplaus und Standing Ovations waren ihm deswegen sicher. Mit einer angedeuteten Verbeugung hin zum barocken Orgelgehäuse zeigte Professor Edgar Krapp seine nochmalige Hochachtung vor der Königin der Instrumente.


Heinz Mettig

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