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Große Pläne gibt es für das Kriechbaum-Areal an der Wippenhauser Straße – Kulturzentrum inklusive.

Investor hat auf dem Kriechbaum-Areal  in Freising Großes vor

Große Pläne für kleines Kino in Freising: Bebauungsplan soll Weg zu Kulturzentrum ebnen

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Bekommt Freising ein Kulturzentrum samt Spartenkino? Zumindest haben die Mitglieder des Planungsausschusses am Mittwoch erste Schritte in diese Richtung gemacht. Das Ganze spielt sich in Innenstadtnähe ab.

Freising – Eigentlich sah die Innenstadtkonzeption vor, dass auf dem Kriechbaum-Grundstück gegenüber des Karlwirts ein Parkhaus errichtet werden soll. Eigentlich. Denn weil die Kriechbaum-Stiftung dort Großes plant und die Stadt das Potenzial auch des umliegenden Areals erkannt hat, wird es jetzt einen Bebauungsplan geben. Und vielleicht kommt sogar ein Spartenkino.

Die bestehenden Gebäude sollen abgerissen werden. Die Kriechbaum-Stiftung will drei neue Gebäude errichten. Ein entsprechender Vorbescheidsantrag wurde am Mittwoch im Bau- und Planungsausschuss behandelt: In einem der Baukörper soll studentische Wohn- und Ateliernutzung untergebracht werden, in dem anderen Wohn- und Büronutzung. Das dritte Haus – und das ließ aufhorchen – soll ein Kulturzentrum mit Versammlungsstätte, Gastronomie und Kino werden.

Kulturzentrum und mehr: Große Zustimmung bei den Stadträten

Bei den Stadträten stieß dieses Projekt auf große Zustimmung: OB Tobias Eschenbacher fand das „ein interessantes und tolles Projekt“, Karl-Heinz Freitag (FW) wusste, dass das etwas sei, das großen Anklang in der Bevölkerung finde. Franz Bernack (FSM) lobte das „positive Nutzungskonzept“ als ein „Highlight“, Norbert Gmeiner (SPD) prophezeite, das wäre „äußerst positiv für die Obere Altstadt“ und müsse „unter allen Umständen“ unterstützt werden. Manfred Drobny (Grüne) urteilte: „Ein großer Gewinn.“

Doch so begeistert man über die Nutzungspläne auch war, so einfach ist das alles nicht. Denn das Bauamt in Person von Christoph Spieß musste darauf verweisen, dass die geplante Bebauung Probleme aufwerfe, die man kaum lösen könne. Da sei zunächst die Tatsache, dass vorgeschriebene Abstandsflächen nicht eingehalten würden, da sei zum anderen die problematische Erschließung, die Gegenverkehr zwischen Pkw und Lkw nicht erlaube, und da sei die Sache mit dem Immissionsschutz.

Kulturzentrum Freising: Bebauungsplan soll Zwickmühle lösen

Diese „Zwickmühle“, wie Bernack die Lage nannte, will man nun lösen. Das Zauberwort: Bebauungsplan – genauer: Bebauungsplan Nr. 158 Westliche Altstadt. Denn mit diesem Instrument könne man Dinge regeln, die man über einen Bauantrag nicht regeln könne. Und wenn man schon dabei sei, so die Idee, könne man den Planumgriff weiter fassen, nehme auch das Grundstück der Islamischen Gemeinde und das kürzlich erworbene Areal nördlich der Moschee sowie den gegenüberliegenden Parkplatz hinzu. Hier, so habe laut Heiko Huppenberger vom Planungsamt eine Untersuchung ergeben, könne man Wohnen, Gemeinbedarf, Gewerbe und auch eine Tiefgarage ermöglichen. Neben den Plänen der Kriechbaum-Stiftung gebe es auch das Ansinnen der Islamischen Gemeinde, Stellplätze zu schaffen – gegebenenfalls durch einen Grundstückstausch mit der Stadt. Wie auch immer: Ein Bebauungsplan sei das geeignete Instrument, alle Eigentümer und alle Pläne zu vereinen und so ein schlüssiges Konzept zu entwickeln.

Dieses von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehen stieß auf Skepsis: Anton Frankl (FSM) und Drobny befürchteten, das könne zu lange dauern, der Investor für das Kriechbaum-Areal könne abspringen. Eschenbacher wies Andeutungen Drobnys „entschieden“ zurück, man wolle hier etwas verzögern. Die Aufstellung des B-Plans wurde einstimmig beschlossen – auch von Rudolf Schwaiger (CSU), der sich von der Innenstadtkonzeption und den für die Belebung der Altstadt so wichtigen Parkplätzen nicht verabschieden wollte. Auch das soll der Bebauungsplan regeln.

Lesen Sie auch: Das ist der Stand der Dinge beim Kino an den Schlüterhallen.  

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