+
Hilft nur Ohrenzuhalten? Münchner Grüne in Attaching.

Grüne: Was die 3. Startbahn aus Attaching machen würde

Freising – „Mal mit eigenen Augen sehen, wie das wirklich ist“, wenn die dritte Startbahn am Flughafen München kommen würde – das wollten zwei Ortsverbände der Grünen in München: Pasing-Aubing und Neuhausen-Nymphenburg.

Schließlich stimmen die Münchner am 17. Juni über den Bau ab. Am Samstag marschierten rund 30 Mitglieder also durch Attaching, jenen Ortsteil von Freising, der von dem Großprojekt am stärksten betroffen wäre.

Michael Buchberger von der örtlichen Bürgerinitiative gab den Reiseleiter durch das 1000-Einwohner-Dorf. Eine Sehenswürdigkeit: Der Maibaum, vor dem ein Grabstein steht. Todesdatum des Orts: „3. Bahn“. Die Botschaft des Rundgangs: „Attaching würde sterben.“ Je nach Windrichtung täglich 90 Starts pro Tag 150 bis 200 Meter über den Häusern oder 500 Landungen in 50 bis 80 Metern Höhe – von dieses Auswirkungen gehen die Planungen aus. Im Kindergarten des Dorfes dürfte man wegen der Lärm- und Abgasbelastung nicht mehr draußen spielen, plötzlich auftretende Wirbelschleppen der Flugzeuge machten im ganzen Dorf das Anschrauben der Dachziegel notwendig, sagte Buchberger den Grünen aus München. Und die Sportanlage müsste verlagert werden – nur wisse niemand, wohin. In der südlichen Dorfhälfte, dem Teil, der als Entschädigungs- und Absiedelungsbereich definiert wurde, zeigte Buchberger Kuriositäten: Die eine Straßenseite würde gegen Geld abgesiedelt, die andere Straßenseite habe keinerlei Anspruch auf Entschädigung. Dort müssten die Anwohner Dauerschall von fast 70 dB(A) ertragen. Bei einem Anwesen würde die Garage entschädigt, das angebaute Wohnhaus aber nicht. „Menschenverachtend“, sagte Buchberger – und die Gäste schüttelten fassungslos die Köpfe. Auch darüber, dass – würde es die dritte Bahn bereits geben – das Gebiet, auf dem sich jetzt Attaching befindet, gar nicht bebaut werden dürfe.

Doch nicht nur Attaching würde leiden, erklärte der Freisinger Grünen-Abgeordnete Christian Magerl: Direkt und schwer betroffen wären auch Eittingermoos, Schwaigermoos, Berglern sowie der gesamte Süden und Westen der Kreisstadt Freising.

Von Andreas Beschorner

Auch interessant

Kommentare