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Freude bei den Grünen: Mit Susanne Günther (l.) hat man eine OB-Kandidatin gefunden, die „auf Sieg setzt“. Ortssprecher Werner Habermeyer gratuliert. 

Die Grünen in Freising nominieren OB-Kandidatin

Susanne Günther: „Ja, ich will!“

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Grünen-Stadträtin Susanne Günther ist am Donnerstagabend ohne Gegenstimme zur OB-Kandidatin ihrer Partei gekürt worden. Mit „Ja, ich will!“ leitete Günther ihre Bewerbungsrede vor 24 Stimmberechtigten im Stadtcafé ein.

Update: 12. Juli, 9.48 Uhr

Sie stammt aus Coburg, jetzt will sie Freising erobern: Susanne Günther (46), Stadträtin der Grünen und seit Donnerstagabend auch deren Hoffnungsträgerin für die OB-Wahl 2020. „Ja, ich will!“ – so bekräftigte Günther ihre Ambitionen auf den Chefsessel im Rathaus. Selbst der Landesvorsitzende der Grünen, Eike Hallitzky, sieht in Günther eine „brillante Frau“: Mit ihr als „Oberbürgermeisterin-Kandidatin“ setzten die Grünen eindeutig „auf Sieg“. 

„Die Zeit ist reif“ für grüne Oberbürgermeisterinnen in Bayern, war sich Günther in ihrer Bewerbungsrede sicher. Vor 27 Jahren, als sie nach Freising kam, um hier Landschaftsarchitektur zu studieren, habe sie schon einmal „Ja, ich will!“ zu Freising gesagt. Jetzt also, Günther ist inzwischen seit 2013 Pressereferentin der Landtagsfraktion der Grünen, wieder: „Ja, ich will!“ 

Günther will starkes Rückgrat in Grundstückspolitik zeigen

Die starken Ergebnisse der Grünen bei den Wahlen in der Stadt Freising seien Auftrieb und Herausforderung zugleich. Aber eines sei klar, so Günther: „Wer global denkt und lokal handelt, der landet immer bei grünen Antworten.“ Applaus der 50 Mitglieder und Sympathisanten, die ins Stadtcafé gekommen waren. 

Freude bei den Grünen: Mit Susanne Günther (l.) hat man eine OB-Kandidatin gefunden, die „auf Sieg setzt“. zz

Um die Wohnungsnot in den Griff zu bekommen, brauche man eine andere Grundstückspolitik, forderte Günther: Man brauche „starkes Rückgrat“, damit „nicht jeder Quadratmeter an den Erstbesten verkauft“ werde. Und man brauche mehr Grün in Freising. Wäre sie OB, würde sie „jedes Fitzelchen“ in Freising begrünen. Denn für den Klimaschutz müsse man endlich handeln, müsse da auch auf kommunaler Ebene „radikaler werden“. 

Günther: „Mit Eschenbacher werden wir Wende nicht schaffen“

Und schließlich brauche man eine Verkehrswende: Gerade auf diesem Sektor „passiert nichts“, sagte Günther, die das Warten auf den großen Wurf für ein Radverkehrskonzept satt habe. Günther war sich sicher: „Mit einem Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher werden wir in Freising die Klima- und Verkehrswende nicht schaffen.“ Der amtierende Rathauschef wurde von der FSM bereits vor ein paar Tagen zum Kandidaten gekürt.

Günther betonte, dass sie es anders machen wolle als ihr Kontrahent: Sie wolle Freising zu einer klimaneutralen Stadt machen. Und noch etwas stört Günther: das „Kneipensterben“. Die Innenstadt blute aus, die „Eventisierung“ der Innenstadt mache Freising noch lange nicht zur Kunst- und Kulturstadt.

Grüne Oberbürgermeisterin: „Wann, wenn nicht jetzt“

Doch nicht nur für sich selbst und ihre Kandidatur gab sich Günther kämpferisch und optimistisch, auch für die Grünen insgesamt: „Ich will mit euch stärkste Fraktion im Stadtrat werden. Ich will als Oberbürgermeisterin, dass Freising ein Musterbeispiel moderner grüner Urbanität wird.“ Und: „Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?“ 

22 Ja-Stimmen (dazu eine Enthaltung und eine ungültige Stimme) hievten Günther dann auf den Kandidatenschild. Für die zu diesem Anlass angereiste Prominenz war sowieso klar, dass man mit Günther die richtige Wahl getroffen habe. Hallitzky sagte, Günther werde gewinnen, „weil unsere Themen die Menschen bewegen, weil wir die Zukunft gestalten und weil wir eine großartige Kandidatin haben“. 

Klug, kompetent, extrem engagiert, durchsetzungsstark, dabei auch in der Lage, zuzuhören, so beschrieb Hallitzky die Kommunalpolitikerin Susanne Günther. „Freising darf sich glücklich schätzen, dich wählen zu dürfen.“ Und Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer sprach von einem „bewegenden Abend“. Es freue sie sehr, „wenn heute eine Frau kandidiert und in die erste Reihe will“. Wenn sie also „Oberbürgermeisterin-Kandidatin“ sein wolle, wie Hallitzky gesagt hatte.

Zum Thema: Ein Wortgefecht mit Hubert Hierl (CSU) zeigt: Susanne Günther war schon vor ihrer Kandidaten-Kür im Wahlkampfmodus. Im Wahlkampf desöfteren an ihrer Seite dürfte man Robert Wäger sehen. Der Hallbergmooser kandidiert für den Posten des Landrats.

Erstmeldung: 11. Juli, 22.16 Uhr

Freising –  Als einen wesentlichen Punkt ihres Wahlprogramms nannte Susanne Günther die Wohnungsnot: Man brauche in der Stadt Freising eine andere Grundstückspolitik, dürfe nicht jeden Quadratmeter „an den Erstbesten“ verkaufen. In Sachen Klimaschutz müsse man „auch auf kommunaler Ebene radikaler handeln“, forderte Günther, die seit 2013 Pressereferentin der Grünen-Fraktion im Landtag ist. Und auch eine Verkehrswende müsse in Freising endlich her. „Mit einem Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher werden wir in Freising die Klima- und die Verkehrswende nicht schaffen“, gab sich Günther gegen den Amtsinhaber kämpferisch. Kurz: Die Zeit sei reif für eine grüne Oberbürgermeisterin in Freising. Die Stimmberechtigten sahen das auch: 22 Ja-Stimmen erhielt Günther bei einer ungültigen Stimme und einer Enthaltung.

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