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Perfekte Stabübergabe: Johannes Becher (r.) folgt dem Grünen Christian Magerl im Landtag nach. Klarer Wählerauftrag: eine dritte Startbahn verhindern. 

Im Gespräch mit Grünen-MdL Johannes Becher

„Die Grünen sind der Gegenentwurf zur AfD“

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Er hat 24 Prozent eingefahren und ist somit der Nachfolger von Grünen-MdL Christian Magerl: Johannes Becher. Der 30-Jährige aus Moosburg liegt nicht mal zwei Prozent hinter Margerls Ergebnis von 2013.

Herr Becher, was ist die größte Überraschung des Wahlabends?

Ein Ergebnis von knapp 24 Prozent im Landkreis Freising ist für einen, der zum ersten Mal für den Landtag kandidiert, einfach sensationell.

Haben Sie sich so ein Ergebnis erträumt?

Ich halte nicht so viel von Träumen, es geht um harte Arbeit. Wir haben mit dem ganzen Team im Wahlkampf wirklich gekämpft und versucht, so viele Menschen wie möglich zu überzeugen – und das ist gelungen.

Wer wird Bayern regieren? Stehen die Grünen als Koalitionspartner zur Verfügung?

Wenn die CSU und die Freien Wähler eine Mehrheit haben, wird es sich in diese Richtung entwickeln. Wir haben immer gesagt, wir als Grüne wollen gestalten. Man kann mit uns reden über ökologische und über soziale Politik, aber nicht über eine europafeindliche, nicht über eine ausgrenzende Politik und auch nicht über eine dritte Startbahn. Wenn uns die CSU einladen sollte, dann gehen wir hin. Aber wir verkaufen uns sicher niemals unter Wert. Wir wollen ernsthaft was erreichen für das Land. Dafür sind wir angetreten, und das wollen wir jetzt auch umsetzen.

Ein Satz zum Wahlergebnis der AfD – die die Grünen im Wahlkampf ja oft zum Thema hatten.

Es ist äußerst problematisch dass jetzt Rassisten im Landtag sitzen. Die Grünen sind der Gegenentwurf zur AfD, wir werden das auch in unserer politischen Arbeit deutlich machen. Wir stehen für eine weltoffene Gesellschaft, nicht für Ausgrenzung und Spaltung. Das Ergebnis der AfD ist bedauerlich.

Ist die dritte Startbahn abgewählt worden?

In unserer Region ganz klar! Man braucht nur das Stimmenergebnis von Herrmann in der Stadt Freising anschauen. Das ist für einen amtierenden Staatsminister eine absolute Katastrophe. Wenn wir mitregieren, dann ist die dritte Startbahn beerdigt. Ob das passiert, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.


Interview: Andreas Beschorner

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