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Grünes Licht im Landkreis Freising für ein flexibles Bus-Pilotprojekt

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Von: Andreas Beschorner

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Bus des MVV
Ein zusätzliches Bus-Angebot, das nicht auf Haltestellen und Fahrzeiten setzt, sondern auf Anforderung kommt: Das soll im Landkreis Freising getestet werden. © LRA FFB+STA, W. Weiss, W. Wilbert

Ein zusätzliches Bus-Angebot, das nicht auf Haltestellen und Fahrzeiten setzt, sondern auf Anforderung kommt: Das soll im Landkreis Freising getestet werden.

Freising – „Flexible Bedienformen.“ Das klingt etwas sperrig. Gemeint ist damit ein ergänzendes ÖPNV-Angebot, das nicht auf feste Haltestellen und starre Fahrzeiten setzt, sondern Busse als On-Demand-Verkehr, also als eine Art Rufbus, verkehren lässt. Landrat Helmut Petz hat im Mai den Auftrag zur Konzeption solch eines Anforderungs-Systems im ÖPNV beim MVV in Auftrag gegeben. Jetzt ist das Ergebnis dieser Untersuchung dem Planungsausschuss des Landkreises vorgestellt worden.

Das Projekt

Grundsätzlich gebe es vier Arten, in denen so ein Bedarfsverkehr abgewickelt werden kann: Drei davon würden mit einem Fahrplan arbeiten, die vierte Variante – der sogenannte Flächenbetrieb – komme ohne Fahrplan aus, habe keine feste Fahrtrichtung und lediglich Bedarfshaltestellen. Und genau das sei nun, so die Empfehlung des MVV, für einen zweijährigen Pilotbetrieb im Landkreis Freising geeignet.

Die Untersuchung

Landrat Petz hat daraufhin die Untersuchung sowohl zusätzlicher Variationen dieses Konzepts als auch der konkreten Umsetzbarkeit in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser weiterführenden Untersuchungen sollen dann dem Planungsausschuss vorgestellt werden – ein Vorgehen, mit dem die Kreisräte einverstanden waren.

Die Diskussion

Susanne Hoyer (FW) fand die Idee eines solchen flexiblen Rufbus-Systems „super“, erinnerte an die letzte Sitzung des Ampertalrats, bei der das Team omobi sein erfolgreich in Murnau laufendes Projekt eines solche Rufbus-Modells als Ergänzung zum „normalen“ ÖPNV präsentiert hatte (wir haben berichtet). Hoyers Anregung: omobi solle sich und sein Projekt doch auch einmal den Kreisräten vorstellen. Die Umsetzung eines solchen On-Demand-Verkehrs in welcher Form und in welchem Gebiet auch immer ist allerdings auch mit Arbeit in der Landkreisverwaltung verbunden.

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Die Planstelle

Und weil auch noch weitere Vorhaben des Landkreises Planungskapazitäten in der MVV GmbH binden, das Aufgabenfeld immer größer und breiter werde, wurde dem Planungsausschuss vorgeschlagen, ab 1. Januar 2022 eine weitere halbe Planstelle einzurichten. Der Planungsausschuss stimmte dieser neuen halben Stelle zu, die – je nach Qualifikation und Alter des künftigen Mitarbeiters – zwischen 32 500 und 42 500 Euro kosten wird.

Das positive Beispiel

Was diese Bedarfsverkehre im Landkreis erst noch werden sollen (nämlich eine Erfolgsgeschichte), das ist die im Mai dieses Jahres bis nach Freising verlängerte Freizeitbuslinie zur Fahrradmitnahme von Kelheim aus bereits: Diese „Schönwetterlinie“, die an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zwischen Kelheim und Freising verkehrt, sei „bestens angenommen“ worden, konnte Petz berichten. Und deshalb fiel den Kreisräten die Entscheidung, nach dem einjährigen Probebetrieb die Linie bis 2024 weiterzuführen, nicht schwer. Der Verwaltung wurde außerdem mit auf den Weg gegeben, noch die eine oder andere Haltestelle im Landkreis Freising anzubieten (Favoriten wären Au und Zolling), um die Attraktivität weiter zu steigern, ohne aber den Charakter einer Expressbuslinie aufzugeben.

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