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Ohne den Schutz eines Unterstandes müssen die Kinder an der Schulbushaltestelle am Seilerbrückl Wind und Wetter ertragen. Auch der starke Verkehr auf der großen Straße bereitet Eltern Sorge.

Haltestelle „Seilerbrückl“

Wind und Wetter ausgeliefert: Freisinger Mutter kämpft für Buskinder

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Ohne Wetterschutz warten 60 bis 70 Freisinger Kinder jeden Morgen auf ihren Schulbus - im Winter eine Zumutung. Jetzt soll sich das ändern - dank einer Mutter.

Freising – Manche Tage sind ungemütlich, andere eine wahre Zumutung. Wenn die 60 bis 70 Kinder der Vöttinger Grundschule in der Früh gegenüber der Ran-Tankstelle an der Haltestelle „Seilerbrückl“ auf ihren Schulbus warten, sind sie Wind und Wetter ausgeliefert. Bis jetzt. Denn nun tut sich – am Ende der Winterwalze – Sonnenlicht auf: Nachdem eine betroffene Mutter monatelang für ein Bushäuschen gekämpft hat, wird die Stadt Freising dieses Jahr aktiv.

Bitten blieben im Rathaus „jahrelang“ ungehört

Starkregen, Schneeböen, Sturm, Gewitter: „Unsere Kinder haben schon alles mitgemacht“, berichtet Mandy Drohm, die Mama, die sich für die Schüler eingesetzt hat. „Immer wieder ist zu sehen, wie die Kleinen an der großen offenen Kreuzung die Arme über dem Kopf verschränken und sich mit dem Rücken zur Wetterseite stellen, um sich irgendwie zu schützen.“ Immer wieder gehen die Blicke der Fünf- bis Zehnjährigen dann sehnsüchtig zur anderen Straßenseite schräg gegenüber. Denn dort steht ein Bushäuschen für die Linie 135. Bis zum Spätsommer werden die Kinder die Wetterkapriolen noch aushalten müssen. Dann sollte alles besser werden – dank Mandy Drohm.

Licht am Ende der Winterwalze: Das Ratha us kündigt an, bis zum kommenden Schuljahr ein Bushäuschen auf dem offenen Platz zu errichten.

Die Rechtsanwältin wurde bereits im Januar 2018 tätig. Damals verfasste sie eine Petition, auf der rund 50 Eltern unterschrieben haben. Schon seinerzeit wies sie darauf hin, dass es bereits „jahrelang“ und „zahlreich“ Bitten gegeben habe. Auch ihr Gesuch sei zunächst pauschal abgelehnt worden, sagt sie. „Die Antwort der Stadt war: Sorry, aber der Posten ist in unserem Haushalt nicht eingeplant.“ Sie solle sich im Spätherbst wieder melden – bevor der neue Etat aufgestellt werde. Die Mama blieb hartnäckig und meldete sich rechtzeitig. Offenbar wurden ihre Argumente gehört.

Eltern wollten eigenen Beitrag leisten

Für Mandy Drohm würde ein schützendes Dach die Kinder doppelt schützen: vor den Wetterkapriolen und den vielen Autos und Lastern, die dort vorbeifahren. „An anderen Schulbushaltestellen existieren auch kein Bushäuschen – was ich ebenfalls nicht gut finde. Aber nicht alle liegen an einer Straße mit so exorbitantem Verkehrsaufkommen.“ Die Eltern wären sogar bereit gewesen, einen eigenen Beitrag zu dem Projekt zu leisten – mit Geld oder Eigenleistung beim Bau. Das wird nun nicht nötig sein.

„Die Stadt teilt die Sichtweise der Elternschaft“, sagt Rathaussprecherin Christl Steinhart auf Nachfrage. Daher seien im aktuellen Haushalt Mittel für die Errichtung der ersehnten Bushaltestelle vorgesehen: 60 000 Euro inklusive aller Arbeitsleistungen. Jetzt, da der Etat genehmigt sei, könne die Stadt aktiv werden. Noch aber müssen sich die Kinder gedulden. „Die Planungen für den Witterungsschutz und die Prüfung der Realisierungsmöglichkeiten für die Haltestelle werden selbstverständlich Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt die Rathaussprecherin. Sie rechnet damit, dass der Unterschlupf zu Beginn des kommenden Schuljahrs steht.

Trockene Kleidung muss nachgeliefert werden

Elisabeth Gaßner, Leiterin der Grundschule Vötting, dürfte aufatmen. Denn die Alternative zum Bushäuschen, nämlich die Kinder bei schlechtem Wetter in Privatautos zur Schule zu bringen, wäre für sie alles andere als wünschenswert gewesen: „Jede Schule ist froh, wenn so wenig Verkehr wie möglich entsteht“, betont Gaßner. „Vor allem in der Früh, wenn alle gleichzeitig eintreffen.“

Oft genug waren Eltern schon gezwungen, ihren tropfnassen Kindern trockene Kleidung in die Schule hinterherzufahren, berichtet Mandy Drohm. Sie ist froh, wenn dies endlich ein Ende hat. Über die guten Nachrichten aus dem Freisinger Rathaus freut sie sich sehr: „Das ist sehr cool.“

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