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Wachsam ist die Polizei in punkto Kaffeefahrten.

Betrüger strecken Fühler in den Landkreis aus

Heiße Ware: Landratsamt Freising warnt vor Kaffeefahrten

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Es ist eine alte Masche: Unbedarfte Bürger, vor allem Senioren, werden zu Veranstaltungen gelockt, um ihnen dort das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch immer noch haben Betrüger mit sogenannten Kaffeefahrten Erfolg. Ein neuer Fall sorgt jetzt für Aufregung.

Landkreis – Obwohl das Landratsamt Freising und die Polizei illegale Verkaufsveranstaltungen im Landkreis Freising bereits seit Jahren erfolgreich zurückdrängen, erhalten Bürger zur Weihnachtszeit immer noch fingierte Geschenkversprechungen. Damit sollen sie zu Verkaufsveranstaltungen gelockt werden, um ihnen dort nach stundenlangen Präsentationen Unsummen für nutz- und wirkungslose Waren abzugaunern“, erklärte Robert Stangl, Pressesprecher des Landratsamts.

Kürzlich wandte sich ein aufmerksamer Landkreisbürger an die Polizei. Wie Stangl mitteilte, hatte er eine Einladung der „H.P.W. INTERNATIONAL CV“ mit Postfachadresse im niedersächsischen Börger erhalten. Die Polizei leitete das Schreiben sofort an das Gewerbeamt des Landratsamts weiter. Darin wird zu einer angeblichen „Weihnachtsfeier im Lebkuchen Fabrik-Werksshop Ingolstadt“ am 4. Dezember eingeladen. Abfahrt soll an verschiedenen Haltestellen in den Landkreisen Freising und Pfaffenhofen sein. Versprochen wird den Teilnehmern unter anderem „Losglück mit 300,- Euro Weihnachtsgeld“, ein „exclusives Parfum für die Dame und den Herrn“ und ein „Lebkuchen-Weihnachtsgebäck-Sortiment für jeden GRATIS“.

Die Behörden warnen deutschlandweit schon lange vor der Teilnahme an diesen sogenannten Kaffeefahrten, deren Hintermänner sich hinter Postfachadressen verstecken, um sich der Verfolgung durch die Behörden oder zivilrechtlichen Forderungen ihrer Opfer zu entziehen. Das in der Einladung genannte Postfach ist in Zusammenhang mit illegalen Verkaufsveranstaltungen bereits bekannt. In Börger gibt es dieses Unternehmen nicht. Auf der Homepage der Aufsichts- und Kreisordnungsbehörden des Lahn-Dill-Kreises heißt es, die iPostfach-Adresse werde seit 2012 für Abzocke an älteren Menschen missbraucht. Insbesondere würden bei diesen Verkaufsveranstaltungen Nahrungsergänzungsmittel mit angeblich heilenden Wirkungen zu weit überteuerten Preisen verkauft. Auch in anderen Verbraucherschutzforen wird gewarnt. Derartige Fahrten führen nahezu nie in das angegebene Zielgebiet.

Bereits 2011 gab es von dem damaligen Generalstaatsanwalt Christoph Strötz die klare Ansage, dass Kaffeefahrt-Abzocker in Bayern nicht willkommen seien. Polizei, Justiz und Behörden seien wachsam. Ingo Schwarz, Leiter des Gewerbeamts Freising, erinnert die Hintermänner und ihre Helfer daran, dass dies nach wie vor Bestand habe. „Auch wenn der Landkreis Freising seit Ende 2011 als ,kaffeefahrtenfrei’ gilt, wird die Szene weiter beobachtet. In allen gemeldeten Verdachtsfällen wird ermittelt, dabei festgestellte Verstöße mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auch im Ausland verfolgt und geahndet.“

Dabei ist das Landratsamt Freising auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen. Empfänger solcher Schreibens werden gebeten, sich zu melden – unter Tel. (0 81 61) 60 03 49 oder per E-Mail an gewerbeamt@kreis-fs.de.  ft

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