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Er ist dabei, wenn der neue Bundespräsident gekürt wird: MdL Florian Herrmann.

Abgeordneter in die Bundesversammlung berufen

Herrmann wählt den Präsidenten: „Für mich ist das eine Ehre“

Damals, als der junge Florian Herrmann im Sozialkunde-Unterricht zum ersten Mal von der Bundesversammlung gehört hat, hätte er sich vermutlich nicht erträumt, mal selbst in das Gremium berufen zu werden. Nun ist der Freisinger Landtagsabgeordnete (CSU) bereits zum zweiten Mal mit dabei, wenn der neue Bundespräsident gewählt wird. Dem FT verrät er, warum er am 12. Februar 2017 zwar nicht euphorisch zur Versammlung fährt, sich aber trotzdem auf diese Aufgabe freut.

Herr Herrmann, wie wird man Mitglied in der Bundesversammlung?

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder Sie sind Bundestagsabgeordneter, denn die Hälfte der Bundesversammlung besteht aus allen Mitgliedern des Bundestags. Oder Sie sind eine Persönlichkeit, die von den Länderparlamenten entsandt wird. Diese Persönlichkeiten stellen die andere Hälfte des Gremiums.

Das heißt: Sie sind dank Ihrer Persönlichkeit in der Versammlung?

Da ich Vorsitzender des Innenausschusses im Landtag bin, wurde ich in diese Liste aufgenommen.

Ist das ein Job, vor dem man sich abduckt, oder freuen Sie sich darauf?

Das ist ein sehr besonderes Gremium, das ja genau eine, dafür aber sehr wichtige Aufgabe hat: den Bundespräsidenten zu wählen. Für mich ist das eine Ehre, dabei zu sein, ich sehe es aber auch als meine Pflicht an.

Für Sie ist das nicht das erste Mal. Sie waren auch schon dabei, als Joachim Gauck gewählt wurde. Haben Sie noch Erinnerungen an Ihre Premiere?

Die sind sogar sehr prägnant, weil ich die Bundesversammlung bis dahin nur aus der Theorie kannte – etwa aus dem Sozialkunde-Unterricht oder dem Jura-Studium. Da selbst dabei zu sein, ist schon etwas Besonderes, weil eben Repräsentanten der ganzen Republik zusammenkommen, um das Staatsoberhaupt zu wählen.

CDU und CSU haben erklärt, dass sie sich hinter den Sozialdemokraten Frank-Walter Steinmeier stellen. Wählen Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben SPD?

(lacht) Das fällt unter das Wahlgeheimnis. Aber es könnte sein, dass ich das schon mal gemacht habe, als es um den Freisinger OB gegangen ist, und die CSU auch keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hat. Ich hätte es allerdings schon gerne gesehen, dass die Union einen eigenen Bundespräsidenten-Kandidaten kürt.

Wer wäre denn Ihr Traumkandidat gewesen?

Es nützt nichts, theoretisch jemanden zu benennen, der praktisch nicht dazu bereit ist, oder dem die Unterstützung fehlt. Die Situation jetzt macht mich nicht euphorisch, aber Steinmeier ist jemand, den man wählen kann. Kein Repräsentant der Linksfront, sondern eine Persönlichkeit, die über Parteigrenzen hinweg akzeptiert wird.

Welcher Präsident ist für Sie das Nonplusultra?

Roman Herzog. Der hatte intellektuelle Strahlkraft, kombiniert mit einem Gefühl für die Menschen. Wenn ich an die berühmte Ruck-Rede denke: Da war er ganz nahe am Nerv der Bevölkerung. Der Bundespräsident hat kaum politische Macht im klassischen Sinn, er wirkt durch seine Persönlichkeit und seine Reden – Roman Herzog hat das exzellent gemacht!

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