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Keine großen Sprünge: Im Kreis Freising liegt das Einkommen, das in der Freizeit ausgegeben oder gespart werden kann, bei nur 23 000 Euro pro Einwohner. 

Viele Pendler, viele Arbeitskräfte, wenig Wachstum

Hier bleibt am wenigsten Geld übrig: Das sind die aktuellen Regionsdaten für Freising

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Wohnen, Wirtschaft, Pendler: Der Planungsverband Äußerer Wirtschafatsraum hat die aktuellen Regionsdaten vorgestellt. So sieht es im Kreis Freising aus.

Landkreis – Die Region München wächst und wächst. In den vergangenen zehn Jahren sind etwa 260 000 Menschen hierher gezogen. In der Landeshauptstadt leben – Stand 2017 – knapp 1,46 Millionen. 1,43 Millionen sind es in den umliegenden acht Landkreisen. Dazu zählen Freising, Erding, Dachau, Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg. Die Regionsdaten von 2017 stellte der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum nun vor.

Bevölkerung

Der Kreis Freising zählt mit 177 997 Einwohnern zu den am dichtesten besiedelten. Abgesehen von der Landeshauptstadt wohnen nur in den Kreisen München und Fürstenfeldbruck mehr Menschen. Was das Wachstum angeht, hat sich in Freising allerdings nicht so viel getan wie im Umland: Seit 2007 hat die Bevölkerung hier um acht Prozent zugenommen. Weniger verzeichnen nur Starnberg und Landsberg. Die Fluktuation – die Zu- und Fortzüge – ist in Freising mit 17,2 Prozent enorm hoch. Spitzenreiter ist der Kreis München mit 17,5. Auf Platz drei landet Starnberg mit 15,5 Prozent.

Freising wird langsam älter: Machte der Anteil der Bevölkerung unter 17 Jahren 2007 noch fast 20 Prozent der Bevölkerung aus, waren es 2017 nur noch knapp 18 Prozent. Dementsprechend ist der Anteil der über 65-Jährigen von gut 14 auf knapp 16 Prozent gestiegen. 2017 wurden jedoch zehn Geburten je 1000 Einwohner verzeichnet, aber nur acht Sterbefälle.

Wohnen

Von 1980 bis 2017 ist der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der gesamten Gebietsfläche der Region München von 11,4 auf 17,6 Prozent gestiegen. In Freising sind das 422,5 Quadratmeter, die jedem Einwohner und sozialversicherungspflichtig Beschäftigtem zur Verfügung stehen. Diese Zahl umfasst unter anderem Wohnraum, Verkehrs- und Erholungsflächen, Büro-, Verwaltungs- und Betriebsgebäude. In Freising ist dieser Wert nach Erding und Landsberg am höchsten.

2017 sind hier 924 Wohnungen fertiggestellt worden. Außerdem wurden 1069 Baugenehmigungen erteilt – nach dem Kreis München so viele wie in keinem Landkreis sonst in der Region. Allerdings wurden nur zwei geförderte Wohnungen je 1000 Einwohner bewilligt.

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Wirtschaft

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Region München stieg seit 2007 mit 28,5 Prozent viel schneller an als die Bevölkerung (9,9 Prozent). Auf Platz eins liegt der Kreis München mit knapp 225 000 Arbeitsplätzen. Das entspricht einem Plus von 32 Prozent. Danach kommt der Landkreis Freising mit knapp 81 000 Stellen. Hier ist allerdings das schwächste Wachstum zu verzeichnen: nur etwa 14 Prozent.

Die Arbeitsplatzdichte ist mit den Arbeitsplätzen in der gesamten Region München gestiegen. Nach der Landeshauptstadt und dem Kreis München ist sie in Freising mit 454 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort je 1000 Einwohnern am größten. Die Arbeitslosenquote liegt hier bei 2,6 Prozent. Spitzenreiter ist Erding mit 1,8 Prozent. Was das verfügbare Einkommen angeht, sprich was private Haushalte für Freizeit ausgeben oder sparen können, bildet der Kreis Freising das Schlusslicht in der Region München: 2016 lag es im Schnitt bei rund 23 000 Euro pro Einwohner.

Pendler

Seit 2007 sind 240 000 Pendler mehr in der Region München unterwegs: Nun sind es fast 980 000. Der Kreis Freising zählt zu den Pendel-Hochburgen: Knapp 45 400 Menschen fahren werktags zur Arbeit in den Landkreis. Damit liegt der Freising hinter München auf Platz zwei. Fast genauso viele Bürger verlassen jedoch von Montag bis Freitag den Landkreis, um zur Arbeit zu kommen. Mehr sind es nur in München und Fürstenfeldbruck.

Öffentliche Finanzen

Was die Gemeindesteuereinnahmen angeht, liegt Freising mit 1509 Euro pro Einwohner auf Platz drei der Landkreise. Nur in München und Starnberg sind die Einnahmen höher. In Sachen Sozialhilfe der örtlichen Träger landet Freising auf dem vorletzten Platz: 123 Euro werden hier pro Einwohner ausgegeben. Lediglich in Starnberg sind es mit 112 Euro noch weniger.

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