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Über die Schließung einer medizinischen Versorgungslücke freuten sich: Miriam Haas (Ärztin), Anja Stegherr (Psychologin), Anita Obesser (Pflegekraft), Claudia Lange (Kunsttherapeutin), Angelika Pflüger (Stationsleitung), Erika Lübkert (Sekretariat), Stefan Molz (Stationsleitung), Andreas Ammer (PJ-Student), Andrea Henrich (Sozialpädagogin), Landrat Josef Hauner, Chefarzt Dr. Bruno Schröder, Dr. Monika Mlnarschik (Oberärztin) sowie Geschäftsführer Dr. Andreas Holzner (v. l.).

Psychosomatische Tagesklinik am Klinikum Freising

Hilfe für Körper und Seele

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Freising - Der Betrieb läuft bekanntlich schon. Gestern nun wurde die neue psychosomatische Tagesklinik am Klinikum Freising in einer Feierstunde offiziell eröffnet. Die zehn Therapieplätze sind bereits „enorm nachgefragt“, wie Chefarzt Dr. Bruno Schröder betonte. Ungewöhnlich kurz ist indes die Wartezeit auf einen Platz.

Rote Pfeile weisen den Weg zu den neuen Räumlichkeiten, die Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen – etwa Angststörungen – Hilfe versprechen. Das Besondere an der Einrichtung: Die Patienten können während einer intensiven Psychotherapie in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben. Ein ungemeiner Vorteil, betonte Schröder bei einem Rundgang. Da es gegenüber psychosomatischen Erkrankungen noch immer „Vorbehalte gibt und Patienten teils stigmatisiert werden“, stünden sie oft unter großem Leidensdruck, wenn sie in eine Klinik müssten. Der werde dadurch abgemildert, dass die Patienten am Abend nach Hause gehen.

Das Angebot in den hellen, heimelig freundlichen Räumen umfasst unter anderem Gruppen- und Einzelgespräche, soziales Kompetenztraining, Bewegungs- oder Kunsttherapie. Letztere findet in einem speziellen Raum voller Mal-Utensilien und Bilder statt (Foto). An den Wänden hängen Karten mit Sprüchen. „Sei einfach du selbst, denn alle anderen gibt es schon“, steht da zum Beispiel. In diesem Zimmer wirkt die Kunsttherapeutin Claudia Lange. Sie malt, zeichnet und spricht mit den Patienten, interpretiert das, was in den Gruppensitzungen alles aus ihnen herausbricht und in Form von Farbe auf den Leinwänden landet. In einem spielerischen Ambiente, erklärte Lange, würden die Erkrankten so viel über sich erfahren. Diese „Selbsterkenntnis-Prozzesse“ seien für einen positiven Therapieverlauf überaus wichtig.

Ein weiteres wichtiges Verfahren, das in den neuen Räumen zur Anwendung kommt, findet in einem Raum voller Medizin- und Tennisbälle, Springseile und Puppen statt. Im Rahmen der Konzentrativen Bewegungstherapie, kurz KBT, könnten die Patienten mittels Bewegung und im Umgang mit Objekten ihren Körper erleben, sagt Schröder. „Leute, die Schwierigkeiten haben, an die eigenen Gefühle heranzukommen, schaffen es häufig mit dieser Methode.“

Der aktuell jüngste Patient ist gerade einmal 17 Jahre alt. „Nach oben oder unten gibt es theoretisch aber keine Grenze“, sagte Schröder. Sehr wohl aber bei der Behandlung einzelner Krankheitsbilder. Man sei keine Ambulanz, akute Psychosen, Sucht oder Demenz könne das Team deshalb nicht behandeln. Die Chancen auf einen Therapieplatz stehen indes gut – die Wartezeit beträgt lediglich drei Wochen. Die Verweildauer liegt dann etwa bei vier bis acht Wochen. Eine vollständige Heilung ist jedoch leider nicht garantiert. Schröder: Die Patienten werden oft weiter stabilisiert. In Therapie müssen sie aber häufig trotzdem noch.

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