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In den vergangenen Jahren ist es vornehmlich durch Unterstützung von Privatpersonen aus Deutschland und „Marafiki wa Afrika“ gelungen, eine Vorschule aufzubauen, die nach den pädagogischen Grundsätzen Maria Montessoris arbeitet (Bild links). Nachdem zunächst mit einer Gruppe mit 25 Kindern begonnen wurde, konnte mittlerweile eine weitere Gruppe installiert werden. Die „Baramba Girls Secondary School“ (oben) wurde 1999 in den nicht mehr benötigten Räumen einer Flüchtlingsorganisation gegründet. Sie ist eine weiterführende Mädchenschule und bietet den mittleren Bildungsabschluss. Träger ist der Verein „Marafiki wa Afrika Tanzania“. Die Schule wird von den Ingenieuren ohne Grenzen im Bereich der Wasserversorgung und Elektrizität unterstützt. Jetzt werden Paten für Schülerinnen gesucht

Hilfsverein „Marafiki wa Afrika“ in Freising blickt zurück

Großer Applaus für ein erfolgreiches „Erntejahr“

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Positive Bilanz zog vor kurzem der in Freising ansässige Afrika-Hilfsverein „Marafiki wa Afrika“. Was normalerweise bei anderen Vereinen ein lästiges Übel mit viel Bürokratie und viel „Vereinsmeierei“ ist, geriet heuer bei „Marafiki“ zum großen Fest.

Freising – Zwar hatte der Vorstand seinen Tätigkeitsbericht abzuliefern, die Kasse war geprüft worden und der Vorstand war im Anschluss einstimmig entlastet worden: Aber was da alles vorgetragen worden war und auch durch Vertreter der verschiedenen Arbeitskreise ergänzt wurde, war eine ganze Reihe an Erfolgsgeschichten, die mit viel Applaus quittiert wurden – insbesondere die Auszeichnung mit dem Bayerischen Asylpreis. Die Vorstandschaft verstärkt seit 2017 Miriam Ostermaier, die den Kontakt zu den „Ingenieuren ohne Grenzen“ hält.

Die Vorsitzende Cordula Riener-Tiefenthaler beschrieb in einer kleinen Rede das vergangene Jahr als „Erntejahr“. Es sei viel Vorarbeit geleistet worden und 2017 sei in vielen Bereichen und überraschender Weise gleichzeitig die Saat aufgegangen.

So tourte 2017 die Fotoausstellung zum interkulturellen Kunst- und Bildungsprojekt „The rise of the sleepwalkers“ von Künstler Marian Kretschmer weiter durch Bayern.

Das lang geplante Waisenhaus an der weiterführenden Mädchen-Secondary-School in Tansania steht jetzt finanziell auf sicheren Beinen. Sowohl die Verkäufe der Bilder aus der Fotoausstellung als auch Spenden des Künstlers Marian Kretschmer führten dazu, dass der Grundstock für einen Finanzierungsantrag bei der Bundesregierung gelegt werden konnte . Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) fördert nun den Bau dieser Einrichtung Der Rohbau steht bereits und heuer sollen die ersten Mädchen aufgenommen werden.

Der Arbeitskreis, der sich vor allem um den Kontakt mit der Baramba Girls Secondary School kümmert, hat ebenso Großes erreicht: Ein weiterer Antrag an das BMZ ist gestellt, um die Ausstattung der Schule mit den für die weitere Zulassung nötigen Laboren (Physik, Chemie, Biologie) zu ermöglichen. Der Eigenanteil der Schule ist angespart, nun wartet Marafiki auf eine handlungsfähige Bundesregierung, die dann den Antrag endgültig bearbeitet.

Dringend benötigt werden weitere Paten, die den Schulbesuch der Mädchen auf sichere Beine stellen, denn durch Ernteeinbußen oder nach dem Erdbeben Ende 2016 konnten die Eltern das Schulgeld nicht immer bezahlen. Der Schulleiter Isajas Bambara schickt die Mädchen dann aber nicht nach Hause, sondern beschult sie auf eigene Kosten weiter, um ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Dies beschert der Schule aber oft eine finanzielle Schieflage. Hier könnten Interessierte als Paten helfen. Infos: www.marafiki.de Patenschaften.

Eine Schülerin der Baramba-Girls-Secondary-School, Irene Mussa, wurde von einer ganzen Schar von Paten nach ihrem Abschluss weiter finanziell unterstützt. Der Schulleiter bat inständig, man möge dieser Frau doch ein Studium ermöglichen. 2017 wurde sie nun mit allen Kursen und Prüfungen fertig, ist jetzt Juristin und das große Vorbild aller Schülerinnen.

Der Beinahe-Totalausfall der Regenzeit hat sich beim Marafiki-Partnerprojekt „APROFI“ nicht so gravierend ausgewirkt, da 2016 zum ersten Mal die Getreidespeicher gut mit Mais befüllt werden konnten. Der hat die Dorfgemeinschaft über die Zeit geringer Ernte gerettet. Es konnte sogar bei steigenden Preisen noch etwas Gewinn erwirtschaftet werden.

Die Volunteervorbereitung lief auch 2017 weiter: So wurden jetzt Anja Leineweber und Anja Kun entsandt. Beide gehen in den nächsten Wochen für ihren Einsatz nach Tansania zum Projekt „MAVUNO“ (Vermittlung von Wissen zur Verbesserung der Lebenssituation).

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