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Die Karl-Meichelbeck-Medaille übergaben OB Tobias Eschenbacher (l.) und der Vorsitzende des Historischen Vereins Freising, Günther Lehrmann (r.), an den langjährigen Stadtheimatpfleger Norbert Zanker.

Historischer Verein ehrt Norbert Zanker

Der Stadtgeschichte verschrieben

Er war knapp zwei Jahrzehnte „Fürsprecher für das Freisinger Stadtbild“: Norbert Zanker. Der ehemalige Kreisheimatpfleger gibt sein Amt als Stadtheimatpfleger jetzt ab – und wurde dafür vom Historischen Verein mit einer besonderen Medaille geehrt.

Freising – Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins im Rathaussaal übergab Vorsitzender Günther Lehrmann dem langjährigen Stadtheimatpfleger Norbert Zanker die Karl-Meichelbeck-Medaille. Diese besondere Ehrung „ist den Freunden der Geschichte Freisings gewidmet“ betonte Lehrmann. Über 15 Jahre hinweg habe sich Zanker mit Können und außerordentlichem Engagement für die Denkmalpflege und den Denkmalschutz engagiert. Auch nach Zankers Ausscheiden aus dem Amt hoffe er, dass der Freisinger dem Historischen Verein als sachkundiger und kompetenter Mitstreiter erhalten bleibe.

682 Mitglieder zähle der Verein derzeit, listete Lehrmann auf. Beim Totengedenken wies Lehrmann auf zwei Verluste besonders hin: Mit Walter von Molo und Elisabeth Anders habe der Verein zu Beginn des Jahres zwei leidenschaftlich an der Geschichte der Stadt Interessierte verloren. Erfreulich sei hingegen der stetige Mitgliederzuwachs: Allein 2016 wurde zwölf Neue aufgenommen.

„Bewegte Monate“ habe man nach dem Umzug des Stadtmuseums hinter sich, berichtete im Anschluss Museumsleiterin Ulrike Götz. Die rund 3000 Exponate aus der Sammlung des Historischen Vereins seien mittlerweile auf Interim-Depots verteilt.

Dieser Umzug, sagte Götz, „hat den Verein jedoch nicht davon abgehalten, wieder ganz kräftig in Neuanschaffungen zu investieren. Schließlich werde man nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Asamgebäude noch mehr Platz haben, die wertvollen Zeugnisse aus der Zeit der Vorväter zu zeigen. Ein ganz besonders schönes Stück eines ehemaligen fürstbischöflichen Lautenbauers sei auch darunter: ein Violoncello von Franz Michael Perger aus dem Jahr 1761. Das hochspezialisierte Kunsthandwerk des 18. Jahrhunderts soll laut Götz im neuen Museum noch mehr in den Fokus gerückt werden. Geradezu „geballt“ habe der Verein im vergangenen Jahr investiert. Viele Arbeiten von Büchsenmachern, Goldschmieden, Zinngießern und Buchdruckern seien angekauft worden. Auch das Handwerk des „Perspektivmachers“ soll künftig im neuen Museum in Erscheinung treten, betonte Götz. Damit seien einstige Hersteller von optischen Geräten gemeint.

Für den Haushalt im Bedarfsplan für 2017 bewilligten die Mitglieder 44 000 Euro. So könne die Finanzierung der Neuerwerbungen gesichert werden. Nach dem Kassenbericht erteilte die Versammlung dem Vorstand für die geleistete Arbeit im Jahr 2016 einstimmig Entlastung.

Stadtbaumeisterin Barbara Schelle skizzierte im Anschluss die Grundpfeiler einer Gestaltungssatzung, die zukünftig verbindliche Richtlinien für das Sanieren im „Ensemble Altstadt Freising“ festlege.

                                                                                                                                    Maria Martin

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