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Preziose aus fürstbischöflichen Zeiten: (v.l.) Ulrike Götz, Günther und Sabine Lehrmann sowie Wolfgang Zunterer präsentierten das neu erworbene, 250 Jahre alte Violoncello nun im Oberhaus des Lindenkellers.

Neuerwerbung des Historischen Vereins

Eine klangvolle Zeitreise ins Jahr 1764

Wie es klingt, wenn ein 250 Jahre altes Violoncello bespielt wird, das durften am Montagabend die Gäste des Historischen Vereins Freising im Oberhaus des Lindenkellers erleben.

Freising – Auch wenn das Holz des Soloinstruments, das der Freisinger Lauten- und Geigenmacher Franz Michael Perger im Jahr 1764 gefertigt hat, rein äußerlich ein wenig gealtert wirkt: die Freisinger Cellistin Sabine Lehrmann entlockte der Preziose aus fürstbischöflichen Zeiten eine überaus wohlige Klangfülle.

Einführende Erläuterungen zu dieser jüngsten Neuanschaffung des Historischen Vereins gab es von Geigenbaumeister Wolfgang Zunterer. Dass es sich bei dem Instrument zweifellos um ein Werk des bekannten fürstbischöflichen Geigenbaumeisters handelt, konnte Zunterer mit Gewissheit sagen. Denn im Inneren des Instrumentenkorpus sei der Originalzettel „perfekt erhalten“. Wenn ein Instrument einen solchen Originalzettel aufweise, so gehöre es in die „Feinkostabteilung“ des Instrumentenbaus, zitierte der Vorsitzende des Historischen Vereins, Günther Lehrmann. Auch wenn nicht gleich „Antonius Stradivarius Cremonensis faciebat“ darauf vermerkt sei: es reiche „Franz Michael Perger, Lauten- und Geigenmacher in Freysing, 1764“.

Im frühen 18. Jahrhundert seien die Rahmenbedingungen für Instrumentenbauer nicht gerade einfach gewesen, erläuterte Zunterer. Aus dem Mittenwalder Raum seien die meisten gekommen, die am Hof des Fürstbischofs um Anstellung gebeten hatten. Auch von Pergers Nachfolger, Franz Knitl, habe man bereits eine Violine erwerben können.

Die „kleine, aber sehr feine“ Instrumentensammlung des Historischen Vereins soll nach Fertigstellung des neuen Heimatmuseums noch mehr Raum bekommen, verriet Museumsleiterin Ulrike Götz. Derzeit seien drei Instrumente aus fürstbischöflicher Zeit im Besitz des Historischen Vereins – künftig wolle man den Museumsbesuchern sogar eine Hörstation bieten, um das jeweilige Musikobjekt auch akustisch erlebbar zu machen. Ein weiteres Streichinstrument von Franz Michael Perger, eine Viola d’amore, befinde sich derzeit in Restaurierung, so Götz.

Überhaupt, betonte Lehrmann, solle die Sammlung des Historischen Vereins keine statische Ansammlung sein, kein „unveränderbarer Hort von Kunstgegenständen“. Vielmehr, so der Wunsch, solle sie eine lebendige Sammlung sein, die immer wieder erweitert und ergänzt werde. Die jüngste Neuanschaffung erwarb der Verein von einem Geigenbauer aus Augsburg.

Maria Martin

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