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Hitzewelle in Bayern: Apothekerin verrät Geheimmittel

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Von: Magdalena Höcherl

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Mit ein bisschen Geschmack fällt das Trinken leichter: Ludwig Kropp (77) aus Freising-Lerchenfeld schwört bei Hitze auf Sprudelwasser mit Zitrone.
Mit ein bisschen Geschmack fällt das Trinken leichter: Ludwig Kropp (77) aus Freising-Lerchenfeld schwört bei Hitze auf Sprudelwasser mit Zitrone. © lehmann

Es wird heiß in den nächsten Tagen. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke machen vor allem älteren Menschen zu schaffen. Doch diese Hitze-Tipps sind für jedes Alter nützlich.

Landkreis – Schon für diesen Dienstag sind 32 Grad angesagt, am Mittwoch sogar 35. Das Personal im Seniorenpark Schönblick in Nandlstadt weiß genau, was bei diesen Temperaturen zu tun ist: Richtig lüften und viel trinken, lautet die Devise. „Das ist ein standardisierter Prozess“, berichtet Einrichtungsleiter Markus Khauer.

Hitzewelle in Bayern: Tipps von Experten - Fenster zu, Rollos runter

Die Regeln sind allen klar: „Sobald die Temperaturen nachts sinken, reißen wir die Fenster auf und lüften bis in die frühen Morgenstunden gut durch.“ Sobald die Sonne aufgeht, werden die Fenster und Rollos geschlossen, um die Wärme draußen zu halten. Der zweite wichtige Punkt ist die Flüssigkeitszufuhr. „Gegebenenfalls arbeiten wir mit Infusionen.“ So sollen Kreislaufprobleme verhindert werden.

„Grundsätzlich setzen älteren Leuten, die ohnehin eher zum Frieren neigen, starke Temperaturschwankungen mehr zu als Hitze“, weiß der Leiter des Seniorenparks. „Erst wenn die Hitzeperiode mehrere Wochen anhält und es auch nachts nicht mehr abkühlt, wird es heikel.“ In den kommenden Tagen achten er und sein Team darauf, dass die Bewohner eher am frühen Morgen spazieren gehen und frische Luft schnappen. „Mit ein bisschen Wind ist das ideal.“

Klimaanlagen gibt es im Nandlstädter Seniorenzentrum übrigens nicht. „Das wäre auch nicht ideal. Dann ist es zwar kühl, aber man erkältet sich eher oder bekommt einen Zug.“

Geheimtipp von Apothekerin gegen Hitze: Pfefferminztee

Stichwort kühl: Das Geheimmittel von Ingrid Kaiser, Apothekensprecherin im Landkreis, ist in diesen Tagen Pfefferminztee – über den Tag verteilt und vor allem lauwarm. „Und kalten Kaffee liebe ich auch.“ Getränke aus dem Kühlschrank oder gar mit Eiswürfeln meidet Kaiser dagegen: Um die auf Körpertemperatur zu erhitzen, benötigt der Körper Energie – man schwitzt mehr. „Außerdem werden die Schleimhäute nicht mehr so gut durchblutet, was zur Folge hat, dass Bakterien und Viren leichtes Spiel haben.“ Ein erwachsener, gesunder Mensch sollte im Schnitt gut zwei Liter pro Tage trinken, rät Kaiser.

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Wer Abkühlung sucht, aber gerade nicht baden gehen kann, dem empfiehlt Kaiser, sich ab und zu mit Wasser aus einer Blumenspritze zu erfrischen. „Das bietet sich auch gut für Tiere an. Die dürfen wir bei diesem Wetter nicht vergessen.“ Wohltuend sei auch ein nasser Waschlappen im Nacken. „Oder man füllt eine Schale mit Wasser und taucht immer mal wieder die Handgelenke ein, dort, wo man den Puls fühlt. Das erfrischt sehr gut.“

Hilfreich bei Hitze ist auch die richtige Ernährung: Schweinsbraten sei in diesen Tagen nicht die beste Wahl. Die Apothekensprecherin plädiert für leichte Kost wie bunte Salate, Obst, Rührei, Fisch oder auch mal ein Eis. Die Mahlzeiten solle man genau wie die Getränke über den Tag verteilen. „Sich einmal richtig den Bauch vollzuhauen, ist nicht ideal.“

Große Hitze in Bayern: Medikamente richtig aufbewahren

Was ihr als Apothekensprecherin besonders wichtig ist: Wer Medikamente nimmt, sollte Beipackzettel sowie Verpackung genau studieren. „Manche Blutdruckmedikamente wirken bei Hitze zum beispiel stärker, da die Gefäße weiter werden und der Blutdruck ohnehin sinkt. Das kann zu Schwindel führen.“ Außerdem sollten Arzneimittel vor Hitze geschützt und am besten im dunklen, kühlen Schlafzimmer oder Gang aufbewahrt werden. Zudem seien gewisse Medikamente nicht nur temperatur-, sondern auch lichtempfindlich. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um zu überprüfen, ob alles richtig aufbewahrt wird“, sagt die Apothekensprecherin.

Was für sie selbstverständlich ist: die Mittagshitze zu meiden und nach Möglichkeit keine schwere Arbeit zu verrichten. Erledigungen sollte man morgens oder abends planen. Wer doch in die pralle Sonne muss, sollte unbedingt an eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz denken. „Grundsätzlich rate ich dazu, alles ein bisschen langsamer und bewusster machen – nicht schnell, schnell“, betont Kaiser.

So hält es auch Ludwig Kropp aus Freising-Lerchenfeld. „Wenn’s geht, dann fahr’ ich ein bisschen Rad. Aber ansonsten mache ich alles ganz moderat.“ Gerade um die Mittagszeit zieht sich der 77-Jährige ins abgedunkelte Wohnzimmer zurück und macht Siesta. Immer griffbereit steht sein Lieblingsgetränk: Sprudelwasser mit Zitrone. „Das erfrischt und ist gesund.“

Hitze im Landkreis Freising: Auf Nachbarn achten - „Für Senioren ist dieses Wetter besonders gefährlich“

Bei Temperaturen um die 30 Grad hat Luciana Ciccarella ein besonders wachsames Auge auf ihr Umfeld. „Für alleinstehende Senioren ist dieses Wetter besonders gefährlich“, weiß die Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe Allershausen. Ihr Tipp: In diesen Tagen sollte man sich ruhig öfter bei Verwandten melden und auch mal bei den Nachbarn klingeln – um im Falle eines Falles schnell helfen zu können.

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