Die zahlreichen Zuhörer im Auditorium stellten der hochkarätig besetzten Diskussionsrunde auf dem Podium am Freitagabend live per ausgefülltem Zettel ihre Fragen. Dabei wurde an heiklen Themenkomplexen nicht gespart.

Hochkarätige Poltikerrunde diskutiert im Döpfner-Haus

Emotionen, Empörung, Einigkeit

Provokante Fragen, scharfe Widerworte, Zwischenrufe, aber auch Beifall und Anerkennung gab es bei der Podiumsdiskussion „Das Kreuz vor der Wahl“. Eine spannende Debatte im Kardinal-Döpfner-Haus, die durchaus mehr Publikum verdient gehabt hätte.

Freising – Zu dem Diskurs im Spannungsfeld zwischen Kirche und Politik eingeladen hatte die Stiftung „Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising in Kooperation mit dem Sankt Michaelsbund. Es gab Einspielungen zu den jeweiligen Themen inklusive Expertenmeinungen und Zitaten von Papst Franziskus.

Moderator Christian Krügel, seines Zeichens Ressortleiter der Süddeutschen Zeitung, hatte alle Hände voll zu tun, die Zettel abzuarbeiten, die ihm fleißige Helfer reichten. Denn darauf standen die Fragen, die live aus der Zuhöderschaft im Renaissancehof notiert wurden und von der Runde beantwortet werden musste. Und von denen, die gekommen waren, hatten viele mitgemacht und aufschrieben, was ihnen auf der Seele brannte – angesichts eines hochkarätig besetzten Podium. Auf dem hatten nacheinander Ates Gürpinar (Die Linke), Margarete Bause (Grüne), und Florian Pronold (SPD) sowie Daniel Föst (FDP) und Martin Hepner von der AfD Platz genommen. Für Staatsminister Marcel Huber (CSU) sprang der Landtagsabgeordnete Markus Blume ein.

Diskutierten im Renaissance-Hof des Döphner-Hauses: Martin Hepner (Afd) Daniel Föst (FDP), Markus Blume (CSU), Moderator Christian Krügel, Margarete Bause (Grüne), Ates Gürpinar (Linke) und Florian Pronold (SPD).

Krügel ging die Gesprächspartner offensiv an und konfrontierte sie mit heiklen Positionen. Bei Blume war das beispielsweise die Abschiebepraxis. Der CSU-Mann vertrat die Ansicht, „Asylrecht ist humanitäre Hilfe auf Zeit“. Und er ergänzte, wessen „Fluchtgrund“ wegfalle, der könne wieder nach Hause.

Ein Thema, bei dem Emotionen hochgingen. „Ihr Menschenbild ist so etwas von menschenverachtend“, empörte sich Föst über eine Aussage von Hepner, der von einer „massiven Aushöhlung des Asylrechts und davon sprach, dass „80 Prozent Männer“ kommen würden.

Auch als Hepner den von Menschen verursachten Klimawandel in Frage stellte, war die Empörung groß. Beifall gab es indes für Bause, die fand, dass die Kirche in der Asylfrage eine vorbildliche Rolle spiele. Die stelle „sich auch in den Wind“, lobte sie die Gewährung von Kirchenasyl.

Vergleichsweise einig war man sich, etwas für Familien und Bildung, für sozial Schwache und gegen Altersarmut tun zu müssen. Wenngleich Pronold feststellte: „Wir haben eine ganze Menge für die Familien getan“. Auch auf die Einführung des Mindestlohnes verwies er. Für Blume ist „sozial, was Arbeit schafft“. Dagegen plädierte Gürpinar dafür, doch die „eine Million Vermögensmillionäre“ zur Kasse zu bitten.

Hellhörig wurde das Publikum, als am Ende das Thema „3. Startbahn“. Man war dagegen. Bis auf Föst, der „bedarfsgerecht“ ausbauen will und Blume, der „die Erfolgsgeschichte des Flughafens zum Wohle Bayerns fortschreiben“ möchte. Wohlgemerkt: „Nicht gegen die Menschen, aber im Dialog mit den Menschen“. Pronold brachte an dieser Stelle das Bibelzitat „Deine Rede sei ja, ja oder nein, nein“. Das löste durch die Bank Gelächter aus.                                 Alexander Fischer

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