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Große Pläne hat Präsident Eric Veulliet

Amtseinführung

Hochschule Weihenstephan: Neuer Präsident kündigt „Neuanfang“ an

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Zwei Standorte hat die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Und sie hat seit 1. Oktober einen neuen Präsidenten: Eric Veulliet. Der will aus der Uni „eine Hochschule“ machen. Und der 54-Jährige hat noch viele andere Pläne.

Freising Er ist als promovierter Geologe ein Mann der Wissenschaft. Sein beruflicher Lebenslauf mit 13 Stationen zeigt aber deutlich: Eric Veulliet ist vor allem auch ein Mann der Wirtschaft. 2002 hat er in Innsbruck die alpS GmbH gegründet, war dort bis Ende September alleiniger Geschäftsführer, hat für die Forschungen zu Klimawandel, Energie und Ressourcen Drittmittel eingeworben und mit der Uni Innsbruck hervorragend zusammengearbeitet. Veulliet spricht von „meinem Baby“. Jetzt hat der Vater von drei Kindern, der mit seiner Familie in Haag wohnt, ein neues berufliches Baby: die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HWST), deren Präsident er jetzt ist.

Auch wenn er, wie er am Montag bei einem Pressegespräch vor seiner offiziellen Amtseinführung sagte, noch in der Kennenlernphase sei, so hat er jetzt schon ein Ziel: die beiden Standorte und die sieben Fakultäten der Hochschule näher zusammenzubringen, aus der HWST „eine Hochschule“ zu machen. Grundlage dafür und für das, was Veulliet in den nächsten Jahren vorhat, ist ein Hochschulentwicklungsplan, der demnächst fertig sein soll. Inhalt und Ausrichtung: Internationalisierung (Motto: „Raus aus der Region!“), Profil schärfen, Studiengänge beleuchten, kurz: die Attraktivität stärken. Nur dann bekomme man „Professoren aus der A-Liga“, so Veulliet, nur dann könne man auch die Studentenzahlen stabil halten, und nur dann bekomme man auch genügend Gelder aus der Wirtschaft. Denn eines weiß Veulliet genau: „In einer Welt der Globalisierung ist der Bedarf an grünen Wissenschaften und Technologien nicht nur nett und hübsch, sondern lebensnotwendig.“

Genau aus diesem Grund will er auch die Kooperation mit der TUM verbessern, sozusagen einen „Neuanfang“ wagen. Er wolle auf jeden Fall „Grabenkämpfe“ vermeiden, er wolle mit TU-Präsident Wolfgang Herrmann „an einem Strick ziehen – und zwar in die gleiche Richtung“. Und auch sonst werde sich an der HWST einiges ändern: Transparenz, Offenheit, Kollegialität – das schreibt Veulliet ganz groß. Anders ausgedrückt: „Ich denke nicht in Hierarchien.“ Und „ein Präsident, der nichts mit den Studierenden zu tun hat, ist kein Präsident“, so seine feste Überzeugung. Er verstehe sich da als Mediator und Moderator, manchmal auch als Psychologe. Mit Geld allein, so weiß Veulliet, kann man gute Leute nicht locken, da seien die Professoren-Gehälter in Deutschland viel zu niedrig. Aber mit einem „Gesamtpaket“, das Freude an der Arbeit biete, bei dem sich die Forscher „nicht totschuften sollen, sondern kreativ sein können“, will er die HWST nach vorne bringen.

Und auch wenn Veulliet noch in der Kennenlernphase steckt, so hat er mit einem Problem in Freising doch schon gute Bekanntschaft gemacht: „Kann es sein, dass ihr ein Verkehrsproblem habt?“, fragte er am Montag. 15 Jahre hat er in Tirol gelebt, musste fast 50 Kilometer zur Arbeit zurücklegen – und war doch schneller dort als von Haag auf den Lehrberg.

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